# Historische Stadtgründungen nach Jahrhundert

A map of a former edition of the Atlas of Switzerland, the national atlas published by ETH Zurich. It opens only in the desktop atlas (version 4) for Windows and macOS, not in the web atlas; see the links below.

- Map: https://atlasderschweiz.ch/de/thema/historische-stadtgruendungen-nach-jahrhundert/
- Short title: Stadtgründungen
- Map id: 1073
- Categories: Geschichte und Zukunft › Historische Infrastruktur
- Published: 2023-03-20
- Last revised: 2023-11-14
- Content language: German
- Other languages: [Français](https://atlasderschweiz.ch/fr/theme/villes-neuves-par-siecle.md), [Italiano](https://atlasderschweiz.ch/it/tema/citta-nouve-per-secolo.md), [English](https://atlasderschweiz.ch/en/theme/historical-foundings-of-cities-by-century.md)

## Description

Im Hoch- und Spätmittelalter entstanden in der Schweiz wie allgemein in Europa zahlreiche Städte, deren Ursprung auf einen planmässigen herrschaftlichen Gründungsvorgang zurückgeführt wird und die deshalb als *Gründungsstädte* bezeichnet werden.

Das unter römischer Herrschaft entstandene Städtewesen erlebte von der Spätantike bis zur Karolingerzeit einen Niedergang. Am stärksten wirkte die römische Stadtkultur noch an den Bischofssitzen nach: Basel, Chur, Genf, Lausanne, Sitten sowie das für die Deutschschweiz wichtige Konstanz erfüllten immer noch Funktionen einer Stadt.

Im 10. Jahrhundert begann ein wirtschaftlicher Aufschwung, der zuerst diesen Bischofssitzen zugutekam. Er ergriff aber auch andere Orte, die teils ebenfalls eine römische Vergangenheit besassen, teils auf rein mittelalterlicher Grundlage entstanden waren. Sehr rasch entwickelte sich Zürich, das als Pfalz mit den Bischofsstädten gleichzog. Weitere Märkte und stadtähnliche Zentren werden im 11. Jahrhundert, in grösserer Zahl dann im 12. Jahrhundert fassbar. In der Westschweiz lagen sie insbesondere entlang der Zufahrtsstrassen zum Grossen St. Bernhard. Im Norden und Osten besassen die Wasserwege von Basel über den Hochrhein, den Zürichsee oder den Bodensee zu den östlichen Alpenpässen eine ähnliche Bedeutung, wobei hier die Entwicklung zum Teil durch kaiserliche Markt- und Münzprivilegien gefördert wurde. Herrschaftliche Initiative spielte überall eine wichtige Rolle, wurde jedoch erst bei der Entstehung der Gründungsstadt zum herausragenden Faktor.

Freiburg und Bern verkörperten diesen Stadttypus in fast idealer Weise. Sie wurden im 12. Jahrhundert planmässig angelegt und von Anfang an mit städtischen Strukturen ausgestattet. Die weitere Entwicklung gehörte ganz der Gründungsstadt. Die Zahl der Städte stieg im Gebiet der heutigen Schweiz von etwa 35 um das Jahr 1200 auf das Fünffache um 1300. Die Gesamtzahl der mittelalterlichen Städte, eingeschlossen die wieder verschwundenen (Wüstungen), wird auf fast 200 beziffert. Die Mehrheit der Gründungsstädte entstand also im 13. Jahrhundert. Es handelte sich meist um Klein- oder sogar Zwergstädte. Hatte zuerst vor allem der wirtschaftliche Aufschwung belebend auf das Städtewesen gewirkt, war es im Zeitalter der Gründungsstadt in erster Linie der Konkurrenzkampf von Herrschaftsträgern. Fast ein Drittel der Städtegründungen geht auf die Zähringer, Kyburger, Habsburger und Savoyer zurück, denen die Errichtung grosser Landesherrschaften vorschwebte. Daneben gründeten zahlreiche andere weltliche und geistliche Herren im Zug ihres Herrschaftsausbaus Städte.

Die Gründungstätigkeit ging in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stark zurück und kam in der zweiten Hälfte praktisch zum Erliegen. Die Städtelandschaft war überfüllt mit vielen kleineren Städten, die keinen ausreichenden Lebensraum fanden. Durch die Krise des Spätmittelalters, namentlich die Bevölkerungsverluste und Kriege seit der Mitte des 14. Jahrhunderts, gerieten sie zusätzlich unter Druck. Mancherorts wirkte sich die Verlagerung von Verkehrsströmen oder das Aussterben von Herrengeschlechtern ungünstig aus. Die Zahl der Städte nahm bereits wieder ab, und die schlechten Aussichten verhinderten neue Gründungen.

Entscheidend für die weitere Entwicklung wurde dann die Verdrängung von Fürsten und Adel durch die Eidgenossen. Deren Länderorte waren der städtischen Organisationsform abhold. Die eidgenössischen Städteorte fügten zwar die von ihnen erworbenen Kleinstädte meist ohne wesentliche Minderung der Rechtsstellung in ihr Territorium ein, an einer Vermehrung der Städtezahl waren sie aber nicht interessiert. Miteinander nahmen Städte- und Länderorte diese ablehnende Haltung auch in ihren gemeinen Herrschaften ein. Wo künftig eine wirtschaftliche Ergänzung durch zusätzliche Handels- und Handwerksplätze nötig erschien, wurde dem durch die Zulassung ländlicher Märkte Rechnung getragen. Gesamthaft gesehen nahm die Geschichte der Städtegründungen in der Schweiz im 14. Jahrhundert ein Ende, denn auch vereinzelte spätere Versuche landesfremder Fürsten, im Grenzbereich zur Eidgenossenschaft Städte (wie z.B. Carouge) zu errichten, scheiterten oder blieben Stückwerk.

## Sources

- Bickel: [Städtegründungen](https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007872/2015-05-07/#HDieGrFCndungsstE4dte). Historisches Lexikon der Schweiz

## Data sources

- Zanoli (2022): [Historischer Atlas der Schweiz](https://www.hierundjetzt.ch/de/catalogue/historischer-atlas-der-schweiz_2100021/)

## Data owners

- Marco Zanoli

## Citation

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> Atlas der Schweiz (2023): Historische Stadtgründungen nach Jahrhundert. ETH Zürich. Kartendaten © Marco Zanoli. https://atlasderschweiz.ch/de/thema/historische-stadtgruendungen-nach-jahrhundert/

## Links

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