# Mineralische Energierohstoffe

A thematic map of the Atlas of Switzerland, the national atlas published by ETH Zurich. The map is drawn in the browser; this file describes it and lists its variants and links, but not the data values shown on the map.

- Map: https://atlasderschweiz.ch/de/thema/mineralische-energierohstoffe/
- Short title: Energierohstoffe
- Map id: 141
- Categories: Natur und Umwelt › Geologie und Rohstoffe › Mineralische Rohstoffe
- Keywords: Geologie, Gesteine
- Published: 2010-11-26
- Last revised: 2022-02-03
- Content language: German
- Other languages: [Français](https://atlasderschweiz.ch/fr/theme/matieres-premieres-energetiques-minerales.md), [Italiano](https://atlasderschweiz.ch/it/tema/materie-prime-energetiche-minerali.md), [English](https://atlasderschweiz.ch/en/theme/mineral-energy-raw-materials.md)

## Description

Kohlen, Bitumina und Erdgas sind organische Produkte, die durch ihren hohen Gehalt an Kohlenstoff als mineralische Brennstoffe verwendet werden können. Nach Entstehung und Art der kohlenstoffhaltigen Verbindungen unterteilt man diese Rohstoffgruppe in Kohlen einerseits und in Bitumina andererseits. Die grosse Mehrzahl der Erdgase, vor allem die technisch nutzbaren, sind im Zusammenhang mit der Bitumenbildung entstanden, allerdings gibt es auch Erdgase, die mit Kohlenbildungen zusammenhängen.

*Kohlen*

- Bei Kohlen unterscheidet man aufgrund des zunehmenden Kohlenstoffgehaltes zwischen Torf, Braunkohle, Steinkohle und Anthrazit. Beschaffenheit und Alter bedingen ferner die Unterteilung in Kohlen der Karbonformation, Kohlen aus mesozoischen und alttertiären Schichten, Kohlen aus den Molasseschichten sowie quartäre Kohlen. Nach Anfängen im Mittelalter und einer staatlich gelenkten Abbauperiode im 18. und 19. Jahrhundert wurden vor allem während der Kriegsjahre Schweizer Kohlen ausgebeutet.
- Als Schieferkohlen sind Kohlenbildungen in jungen, zwischeneiszeitlichen Ablagerungen (Moränen, fluvioglaziale Schotter und Sande) zusammengefasst. Die Flöze besitzen meist geringe Ausdehnung. Die durch den hohen Wassergehalt nötige Trocknung und der relativ geringe Heizwert machten diese Schieferkohlen nur in Krisenzeiten attraktiv (Abbau vor 1911 etwa 920'000 Tonnen, zwischen 1917 und 1921 etwa 138'000 Tonnen, von 1941 bis 1946 etwa 275'000 Tonnen). Bedeutendere Abbaustellen lagen bei Uznach-Kaltbrunn, Eschenbach/Dürnten/Wetzikon, Zell/Gondiswil, Mörschwil und Grandson.
- Der Begriff Braunkohlen steht in der Schweiz stellvertretend für die grosse Gruppe der Molassekohlen, die vielerorts als dünne und kleinräumige Flöze eingelagert sind. Wirtschaftliche Bedeutung erlangten die Vorkommen bei Horgen, Paudex-Oron und Mionnaz, Elgg, Rufi/Schänis, Sonnenberg/Littau, Reppischtal, Herdern und am Höhronen. Daneben existierten zahlreiche Kleinbetriebe. Höherwertige Braunkohlen und Steinkohlen finden sich in älteren Gesteinseinheiten im Berner Oberland. Erwähnenswert sind die eozänen Kohlen von Beatenberg und Kandergrund sowie die Doggerkohlen im Simmental bei Boltigen.
- Anthrazite sind vorwiegend auf Gesteinsformationen des Karbon im Wallis beschränkt. Wichtige Abbaustellen befanden sich bei Bramois, Chandoline, Collonges, Dorénaz, Ferden, Grône, Isérables und Nendaz. Da die Walliser Anthrazite nur beschränkt verwertbar sind (schwer entzündbar, brennen langsam ab, hoher Aschegehalt), werden seit den Kriegsjahren ausländische Kohlen bevorzugt.

*Bitumen (Asphalt)*
Verschiedene kleinere Asphaltimprägnationen wurden im Jura, im Molasse-Vorland und seltener auch in den Alpen gefunden. Wirtschaftliche Bedeutung erlangten nur die Asphaltminen im Val de Travers (La Presta), wo seit 1711 bis 1986 Kalke mit 5 bis 12% Bitumen abgebaut und zur Asphaltproduktion verwendet wurden. Von historischer Bedeutung sind die bituminösen Schiefer am Monte San Giorgio (TI), woraus bis in die 50er Jahre Saurol, ein durch Raffination gewonnenes Öl, als Arzneimittel hergestellt wurde.

*Erdöl, Ölsande, Erdgas*
Bekannt sind einige mit Öl getränkte oder imprägnierte Molassesandsteine in der Umgebung von Aarau, Murgenthal, Yverdon-Orbe und im Kanton Genf. Bedeutende oberflächliche Erdgasaustritte wurden seit jeher in der Region von Cuarny, Giswil und in den Uferbereichen des Lago Maggiore beobachtet. Mit zunehmender industrieller Entwicklung wurde ab 1920 auch in der Schweiz intensiv nach diesen Energierohstoffen gesucht, allerdings mit mässigem Erfolg. Im Bereich der mittelländischen Molasse zeigten die Bohrungen Essertines und Pfaffnau die positivsten Resultate. Während aus der Bohrung Essertines rund 100 Tonnen hochwertiges Erdöl gewonnen werden konnten, wurden bei Pfaffnau einige Millionen Kubikmeter Erdgas abgefackelt. Im Alpenrandgebiet zeigte die Bohrung Linden Teilerfolge. Mit der Bohrung Entlebuch (Finsterwald) wurde 1980 das bis heute einzige kommerziell ausgebeutete Gasvorkommen der Schweiz angebohrt. Rund 75 Millionen Kubikmeter Gas und kleinere Mengen Kondensat wurden von 1985 bis 1994 gefördert.

## Sources

- Kündig & de Quervain (1953): Fundstellen mineralischer Rohstoffe in der Schweiz. Bern: Kümmerly & Frey. (= Organ der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft)
- SGTK, Schweizerische Geotechnische Kommission (ed.) (1997): Die mineralischen Rohstoffe der Schweiz. Zürich: Schweizerische Geotechnische Kommission

## Data sources

- SGTK, Schweizerische Geotechnische Kommission (2015): [Rohstoffinventar der Schweiz](http://www.sgtk.ch/)

## Data owners

- [Schweizerische Geotechnische Kommission, ETH Zürich (SGTK)](http://www.sgtk.ch/)

## Citation

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> Atlas der Schweiz (2022): Mineralische Energierohstoffe. ETH Zürich. Kartendaten © SGTK. https://atlasderschweiz.ch/de/thema/mineralische-energierohstoffe/

## Links

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