# Siedlungsentwicklung der grössten Schweizer Städte

A map of a former edition of the Atlas of Switzerland, the national atlas published by ETH Zurich. It opens only in the desktop atlas (version 4) for Windows and macOS, not in the web atlas; see the links below.

- Map: https://atlasderschweiz.ch/de/thema/siedlungsentwicklung-der-groessten-schweizer-staedte/
- Short title: Siedlungsentwicklung
- Map id: 123
- Categories: Landschaft und Raum › Raumentwicklung › Siedlungsraum
- Keywords: Besiedlung, Geschichte
- Published: 2016-06-16
- Last revised: 2017-11-24
- Content language: German
- Other languages: [Français](https://atlasderschweiz.ch/fr/theme/evolution-des-zones-dhabitation-des-principales-villes-en-suisse.md), [Italiano](https://atlasderschweiz.ch/it/tema/andamento-dellurbanizzazione-nelle-grandi-citta-in-svizzera.md), [English](https://atlasderschweiz.ch/en/theme/settlement-development-of-the-largest-swiss-cities.md)

## Description

Die Siedlungsentwicklung des 19. und 20. Jh. ist in einer ersten Phase charakterisiert durch eine zunehmende Verstädterung (Urbanisierung) als Folge der Industrialisierung und der damit verbundenen Landflucht, in einer zweiten Phase durch einen Prozess der Entstädterung (Rurbanisierung). Aus diesen beiden gegenläufigen Prozessen resultierte eine bedeutende Zunahme der Siedlungsfläche, zu dem neben dem Hausbau auch alle Verkehrsflächen gezählt werden müssen.

In der ersten Phase wuchsen zum einen bestehende Städte innert weniger Jahrzehnte rasch an (z.B. Baden, Winterthur, La Chaux-de-Fonds), zum anderen entstanden neue Industriestädte (Le Locle). Während die älteren Städte neue Funktionen erfüllten, waren die neuen Städte primär auf die Industrie ausgerichtet. Im 19. Jh. entstanden in Fussdistanz zu den Fabriken Arbeitersiedlungen. Erst die Einführung öffentlicher Verkehrsmittel (Pferdetram in Genf 1862, in Biel 1877; elektr. Strassenbahn in Genf und Zürich 1894, in Basel 1895) und das Fahrrad (ab 1869) ermöglichten allmählich grössere Pendlerdistanzen. Da die Industrie in der Schweiz von Anfang an stark dezentralisiert war, kam es zu keinen aussergewöhnlichen Bevölkerungskonzentrationen, doch erlebte v.a. das Mittelland einen zunehmenden Siedlungsausbau.
Die städtische Bevölkerung, die zu Beginn des 19. Jh. rund 10% und um die Mitte des 19. Jh. ca. 17% der Einwohnerzahl der Schweiz ausmachte, stieg bis Anfang des 20. Jh. auf rund 31% an. Dennoch blieb das Siedlungsbild der Schweiz weitgehend von isolierten Städten und Dörfern sowie von Einzelhofgebieten geprägt. Erste Anzeichen der kommenden Agglomerationsbildung waren die Eingemeindungen Zürichs 1893 und Basels 1907. Im 20. Jh. nahm die Zahl der Stadtbewohner von rund einer auf über vier Millionen zu, was einer Verdoppelung ihres Anteils an der Bevölkerung gleichkam (1950 43%, 2000 66% städtische Einwohner). Die Städte entwickelten sich zu Agglomerationen. Zwischen Stadtkern und Vororten bildeten sich intensive wechselseitige Beziehungen.
Die Siedlungsdynamik konzentrierte sich zunächst in erster Linie auf die Talgebiete und Teile des Mittellandes und betraf Städte und industriell geprägte Dörfer. Die Berggebiete (Jura, höheres Mittelland und Alpen) stagnierten vorerst. Der Tourismus brachte jedoch bald einen Aufschwung (erste Hotels in Zermatt 1838, St. Moritz 1852; Kursaal Interlaken 1859) und entfaltete eine gewisse Breitenwirkung.

An der Wende zum 20. Jh. setzte eine Gegenbewegung zur Verstädterung ein, die sich in der 2. Hälfte des 20. Jh. verstärkte und durch den steigenden Wohlstand, die zunehmende individuelle Mobilität und die Suche nach einer besseren Lebensqualität gefördert wurde. Die ländlichen Siedlungen ausserhalb der Agglomerationen erfuhren sowohl eine Ausweitung als auch – etwa durch die Renovation von Altbauten – eine neue Inwertsetzung. Zu dieser Entwicklung gehört auch die Revalorisierung von Siedlungen im Berggebiet in Zusammenhang mit Tourismus und Freizeit (Ferien- und Zweitwohnungen).

Die Arealstatistik des BFS liefert seit 1972 aufgrund einheitlicher Definitionen verlässliche Zahlen über die Siedlungsfläche der Schweiz. Für die letzten 30 Jahre des 20. Jh. ergibt sich eine Zunahme der Siedlungsflächen (inkl. Verkehrsflächen) von 4,3% 1972 auf 5,9% 1979-85 und 6,7% 1992-97, d.h. um 56% von 1778 km2 auf 2781 km2. Diese Zunahme entspricht der Fläche des Kantons Uri.

Die Siedlungsfläche nimmt im 21. Jh. weiter zu, wenn auch etwas langsamer. Von 1997 bis 2009 haben sich die Siedlungsflächen erneut um 9% vergrössert. Um der fortschreitenden Zersiedlung Herr zu werden, fordert der Bund eine Verdichtung der bestehenden Siedlungsräume auf Agglomerationsebene.

## Sources

- Leimgruber (2015): [Siedlung. 19. und 20. Jahrhundert.](http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D7854.php). Villars-sur-Glâne. (= HLS/DHS/DSS)

## Data sources

- HLS (2015f): [Historisches Lexikon der Schweiz](http://www.hls-dhs-dss.ch/)
- HLS: [Historische Karten HLS](http://www.hls-dhs-dss.ch/)

## Data owners

- [Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)](http://www.hls-dhs-dss.ch/)

## Authors

- Leimgruber Walter

## Citation

The terms of use ask to name the Atlas of Switzerland and the data owners, and to keep the source references in exports, screenshots and embeds. Cite the map as:

> Atlas der Schweiz (2017): Siedlungsentwicklung der grössten Schweizer Städte. ETH Zürich. Kartendaten © HLS. https://atlasderschweiz.ch/de/thema/siedlungsentwicklung-der-groessten-schweizer-staedte/

## Links

- Map page, with the description and sources and a button that opens the map in the desktop atlas: https://atlasderschweiz.ch/de/thema/siedlungsentwicklung-der-groessten-schweizer-staedte/
- Open the map in the desktop atlas (version 4), where it is installed: adsglobe://map/123
- Download of the desktop atlas (version 4) for Windows and macOS: https://atlasderschweiz.ch/de/ads4-download/

For the use and citation of maps and data, see the [terms of use](https://atlasderschweiz.ch/de/nutzungsbedingungen/).
