# Territoriale Entwicklung der Eidgenossenschaft, ab 1291

A map of a former edition of the Atlas of Switzerland, the national atlas published by ETH Zurich. It opens only in the desktop atlas (version 4) for Windows and macOS, not in the web atlas; see the links below.

- Map: https://atlasderschweiz.ch/de/thema/territoriale-entwicklung-der-eidgenossenschaft-ab-1291/
- Short title: Territoriale Entwicklung der Eidgenossenschaft
- Map id: 366
- Categories: Geschichte und Zukunft › Territoriale Entwicklung
- Keywords: Geschichte, Grenzen
- Published: 2016-07-13
- Last revised: 2023-02-07
- Content language: German
- Other languages: [Français](https://atlasderschweiz.ch/fr/theme/evolution-du-territoire-de-la-confederation-suisse-depuis-1291.md), [Italiano](https://atlasderschweiz.ch/it/tema/sviluppo-territoriale-della-confederazione-svizzera-dal-1291.md), [English](https://atlasderschweiz.ch/en/theme/territorial-development-of-the-swiss-confederacy-since-1291.md)

## Description

*Mittelalter: Ein bunter Flickenteppich*
Im Mittelalter gab es noch keine festumrissenen Territorien wie heute. Besitz- und Herrschaftsverhältnisse basierten auf einer Vielzahl allmählich erworbener Rechte. Ein Grundherr – ein Kloster, ein Adliger oder eine Stadt – konnte gleichzeitig Land und Leute besitzen, Lehensgüter anderer bewirtschaften, richterliche Funktionen ausüben, kirchliche Rechte wahrnehmen, Abgaben, Steuern und Zölle erheben. Um die Verwaltung zu vereinfachen, übertrug man dem jeweils bedeutendsten Grundbesitzer in der Gegend auch die Gerichtsbarkeit über jene Leute, die nicht auf seinem Grundeigentum wohnten. Solche Bezirke bezeichnete man dann als Gerichtsherrschaften oder Vogteien. Durch Kauf, Tausch oder Verpfändung konnten Besitztümer samt Bewohnern und Rechten in andere Hände übergehen.

*XIV Jh.: Vom Bund der Waldstätte zur Eidgenossenschaft der Acht Orte*
Im 14. Jahrhundert erweiterte sich der Bund der Drei Waldstätte (Uri, Schwyz, Unterwalden) zur Acht-örtigen Eidgenossenschaft. Nachdem sich 1332 Luzern dem Bund angeschlossen hatte, war das Gebiet um den Vierwaldstättersee zum Machtfaktor geworden. 1351 suchte Zürich mit Bürgermeister Rudolf Brun darum gerade hier Rückhalt gegen seine inneren und äusseren Feinde. 1352 wurden auch die habsburgische Landstadt Zug und das Land Glarus als gleichberechtigte Mitglieder in den Bund aufgenommen. Der Bund von 1353 mit Bern brachte für die Waldstätte den Flankenschutz im Westen; Bern sicherte damit seine oberländischen Gebiete gegen Übergriffe der Unterwaldner. Habsburg anerkannte 1389 die Territorialgewinne der Acht Orte.

*XV Jh.: Neue Grenzen im Norden und im Süden*
Im Spätmittelalter erreichte die Eidgenossenschaft jene Grenzen, die sie im Wesentlichen bis 1798 beibehielt. Zum Bund der Acht Orte gesellten sich zwischen 1481 und 1513 fünf ehemalige «Zugewandte»: Freiburg (1481), Solothurn (1481), Basel (1501), Schaffhausen (1501) und Appenzell (1513). Diese 13 Vollberechtigten – acht Städte und fünf Länder, je mit eigenen Territorien resp. Untertanengebieten – bildeten den Kern der rechtlich durch die Bundesbriefe zusammengehaltenen dreizehn-örtigen Eidgenossenschaft. Darum herum gruppierten sich Verbündete verschiedener Art, «Zugewandte Orte» wie St. Gallen, Mülhausen, Rottweil, Biel, das Wallis oder die Drei Bünde. Von 1400 an verfügten die Orte über gemeinsamen Besitz, die «Gemeinen Herrschaften». Die Verwaltung dieser Untertanengebiete oblag jenen Orten, die sich an deren Erwerb beteiligt hatten. Zu den fünf «Deutschen Gemeinen Herrschaften» Baden, Freiamt, Thurgau, Rheintal und Sargans kamen die vier «Ennetbirgischen/Italienischen»: Lugano (Lauis), Mendrisio (Mendris), Locarno (Luggarus) und Valle Maggia (Maiental).

*XVI und XVII Jh.: Expansion nach Süden und Westen*
Zwischen 1512 und 1564 erreichte die Schweiz die grösste geografische Ausdehnung ihrer Geschichte. Im Süden stiessen die Eidgenossen weit ins heutige Oberitalien vor, und mit der Eroberung der Waadt wurde das westliche Mittelland eidgenössisch. 1512 gewannen die Zwölf Alten Orte nicht nur das ganze Gebiet des Kantons Tessin, sondern auch das Val d’Ossola (Eschental) mit Domodossola. Der Freistaat der Drei Rätischen Bünde annektierte gleichzeitig die italienischen Vogteien Bormio (Worms), Veltlin und Chiavenna. 1515 ging das Eschental wieder verloren, dafür erweiterte sich die Eidgenossenschaft wenig später gegen Westen und Südwesten. 1536 eroberte Bern Teile des Herzogtums Savoyen: das Waadtland und das ganze Genfersee-Becken mit den südlich gelegenen Herrschaften Gex, Gaillard, Ternier und Chablais. Die Walliser besetzten gleichzeitig den östlichen Teil des Chablais. 1564 mussten allerdings sämtliche annektierten Gebiete südlich des Léman und des Genfer Beckens wieder an Savoyen zurückgegeben werden.
Im 17. Jahrhundert blieben die Grenzen – im Vergleich zu 1591 – praktisch unverändert. Mit der 1648 vollzogenen Loslösung vom Deutschen Reich wurden die vollberechtigten 13 Orte vollends unabhängig, souverän.

*XVIII und XIX Jh.: Auflösung der inneren Grenzen und territoriale Abrundung*
In keiner anderen Epoche veränderten sich die Grenzen der Eidgenossenschaft so rasant wie zur Zeit der napoleonischen Kriege. In den Jahren 1798 bis 1815 war das Staatsgebiet in steter Umwandlung begriffen. Mit dem Wiener Kongress von 1814/15 aber nahm es die Form an, die es mit geringfügigen Änderungen bis heute bewahrt hat. Gleichzeitig anerkannten die europäischen Grossmächte die Schweiz als unabhängigen, neutralen Staat.
Der Einmarsch der französischen Truppen von 1798 brachte vorerst die Auflösung der Binnengrenzen. Es gab keine Unterschiede mehr zwischen regierenden Städten und Untertanengebieten oder zwischen freien Orten und Gemeinen Herrschaften. Der zentralisiert gelenkte Einheitsstaat der Helvetik führte grössere Verwaltungseinheiten ein – so die Kantone Waldstätten, Linth oder Säntis. Sie verschwanden wieder mit der Verfassungsrevision von 1803. Definitiv aber blieb die zwangsweise Abtretung des Fürstbistums Basel an Frankreich, das sich auch die unabhängige Stadtrepublik Genf einverleibte und unumschränkte Kontrolle über die auf dem Papier selbständige Republik Wallis erhielt. Zur gleichen Zeit kam das bis anhin habsburgische Fricktal an die Schweiz. Umgekehrt musste Graubünden das Veltlin samt Chiavenna und Bormio an die Cisalpinische Republik abtreten.
Die Niederlage Frankreichs, besiegelt am Wiener Kongress, brachte dem schweizerischen Staatsgebiet 1815 einen Zuwachs von über zehn Prozent. Das Wallis, Neuenburg und Genf kamen neu zur Eidgenossenschaft.

## Sources

- Treichler (1991): Abenteuer Schweiz. Geschichte in Jahrhundertschritten. Zürich: Migros-Genossenschafts-Bund

## Data sources

- Atlas of Switzerland: [Administrative Einheiten 1:500.000 (Gemeinden, Bezirke, Kantone)](http://www.atlasderschweiz.ch/)
- Gasser, Adolf & Keller, Ernst (1932): Historische Karte zur territorialen Entwicklung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 1291-1797. Aarau: Sauerländer
- swisstopo [J160089] (2010): [Gemeindegrenzen GG25](https://shop.swisstopo.admin.ch/de/products/landscape/boundaries3D)
- Zanoli, Marco (2008): [Die territoriale Entwicklung der Eidgenossenschaft 1291-1797](https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Territoriale-Entwicklung-CH.png)

## Data owners

- Adolf Gasser
- Marco Zanoli
- [Bundesamt für Landestopografie (swisstopo)](http://www.swisstopo.admin.ch/)
- [Atlas der Schweiz (AdS)](http://www.atlasderschweiz.ch/)
- Ernst Keller

## Authors

- Ziegler Peter

## Citation

The terms of use ask to name the Atlas of Switzerland and the data owners, and to keep the source references in exports, screenshots and embeds. Cite the map as:

> Atlas der Schweiz (2023): Territoriale Entwicklung der Eidgenossenschaft, ab 1291. ETH Zürich. Kartendaten © Adolf Gasser, Marco Zanoli, swisstopo, AdS, Ernst Keller. https://atlasderschweiz.ch/de/thema/territoriale-entwicklung-der-eidgenossenschaft-ab-1291/

## Links

- Map page, with the description and sources and a button that opens the map in the desktop atlas: https://atlasderschweiz.ch/de/thema/territoriale-entwicklung-der-eidgenossenschaft-ab-1291/
- Open the map in the desktop atlas (version 4), where it is installed: adsglobe://map/366
- Download of the desktop atlas (version 4) for Windows and macOS: https://atlasderschweiz.ch/de/ads4-download/

For the use and citation of maps and data, see the [terms of use](https://atlasderschweiz.ch/de/nutzungsbedingungen/).
