Abbau von Tongesteinen

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Tone werden in der Schweiz hauptsächlich als Ziegeleirohstoffe verwendet. Tone sind feinkörnige Verwitterungsprodukte anderer Gesteinsarten. Grundsätzlich wird zwischen Umlagerungssedimenten und «in situ», also an Ort entstandenen Verwitterungsprodukten unterschieden. Rohstoffeigenschaften und Ausbildung der Lagerstätten werden durch die Herkunft des Materials und die Transportmechanismen, durch das Ablagerungsmilieu sowie durch chemische Umwandlungsprozesse und den Grad der Verfestigung beeinflusst.
Die Schweiz ist ein an Ziegeleirohstoffen reiches Land. Davon zeugen – neben archäologischen Artefakten – zahlreiche Spuren von frühgeschichtlichem Tonabbau sowie historische Flurnamen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts deckten über 300 Klein- und Kleinstziegeleien ihren Rohstoffbedarf aus ebenso vielen Tongruben. Die meisten dieser Abbaustätten waren im Bereich des Mittellandes, des Jura und des Randengebietes angesiedelt, wohingegen nur wenige Vorkommen im voralpinen Bereich, in den grossen Alpentälern und im Tessin genutzt wurden (pliozäne Mergel und pleistozäne Lehme). Sowohl Kleinbetriebe als auch die ersten mechanischen Ziegeleien nutzten hauptsächlich die zahlreich vorhandenen Vorkommen von mehr oder weniger stark entkalkten, plastischen Oberflächentonen. Die beschränkte Verfügbarkeit dieser Materialien sowie der im Verlauf dieses Jahrhunderts einsetzende Trend zu immer grösseren, leistungsfähigeren Ziegeleien zwang die Betriebe, neue Wege bei der Rohstoffbeschaffung zu suchen. Zunehmend wurden in der Folge Festgesteine wie Mergel oder Tonschiefer verwertet, deren Anteil heute bereits vier Fünftel des jährlichen Abbauvolumens ausmacht. Die verbleibenden 34 noch produzierenden Betriebe deckten Ende 2000 ihren Rohstoffbedarf aus 58 Gruben.

Rohstoffreserven
Die jährliche Abbaumenge in den Tongruben variiert zwischen einigen 100 und etwa 100'000 Kubikmetern, der Durchschnitt liegt bei rund 25'000 Kubikmetern. Insgesamt wurden im Jahr 1991 in der Schweiz rund 1,4 Millionen Kubikmeter Ziegeleirohstoffe gewonnen. Die gesicherten Rohstoffreserven belaufen sich auf rund 35 Millionen Kubikmeter Material (Festvolumen), womit der gesamtschweizerische Bedarf noch für rund 35-40 Jahre gedeckt werden kann. Hinzu kommen weitere auf etwa 70 Millionen Kubikmeter geschätzte, nicht gesicherte Reserven im unmittelbaren Umfeld der heutigen Grubenstandorte. Darüber hinaus verfügt unser Land noch über ein enormes Rohstoffpotential, vor allem an Molassemergeln und Opalinuston.

Textquellen

Datenquellen

Dateneigner: Schweizerische Geotechnische Kommission, ETH Zürich (SGTK)

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