Anteil der Personen christkatholischer Konfession an der Wohnbevölkerung

Anteil der Personen christkatholischer Konfession an der Wohnbevölkerung

Das Religionsgefüge in der Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt: Die Evangelisch-reformierten – noch 1950 eine deutliche Mehrheit (56%) – sind in die Minderheit geraten (2017: 23,8%). Seit 1970 bilden die Katholiken die grösste Religionsgemeinschaft (2017: 35,9%), eine Folge vor allem der Wanderungsbewegungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Anteil der immer vielfältiger werdenden anderen Religionen steigt (1980: 3,2%; 2017: 7,5%). Stark gewachsen ist vor allem die Gruppe der Muslime: 2017 bekennen sich mehr als 380'000 Personen zum Islam, 1990 waren es 152'200.

Die Glaubenszugehörigkeit ist viel mehr als früher eine Frage des persönlichen Entscheids. Dafür spricht nicht zuletzt die steigende Zahl von Personen, die sich von der «ererbten» Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft lösen und erklären, dass sie keiner Religionsgemeinschaft angehören (1970: 1,1%; 2017: 26%).

Die historisch bedingte konfessionelle Prägung der Kantone besteht weiterhin, trotz Binnenwanderung und Einwanderung aus dem Ausland. Katholisch sind weit über drei Viertel der Bevölkerung in der Innerschweiz sowie in den Kantonen Freiburg, Wallis, Tessin, Appenzell Innerrhoden und Jura; der einzige Kanton mit starker evangelisch-reformierter Dominanz ist Bern (50,2%). Spuren dieser regionalen konfessionellen Muster finden sich in verschiedenen Lebensbereichen, z.B. in den parteipolitischen Strukturen oder in der Demografie (z.B. Zahl der Kinder pro Frau, Scheidungen).

Textquellen

Über das Thema

Veröffentlichungsdatum

30. April 2019

Letzte Aktualisierung

21. Mai 2019