Anteil der Personen jüdischer Religion an der Wohnbevölkerung

Anteil der Personen jüdischer Religion an der Wohnbevölkerung

Die Religionszugehörigkeit hat sich in der Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Das Christentum hat auf Kosten kleinerer Religionsgemeinschaften und insbesondere der Religionslosigkeit an Mitglieder verloren (1970: 97.5% und 2016: 66.9%). Der Anteil der religionslosen Wohnbevölkerung hat indes von 1.2% im Jahr 1970 auf 24.9% im Jahr 2016 zugenommen. Vornehmlich aufgrund von Einwanderung ist der Anteil der Muslime in dieser Zeit ebenfalls beträchtlich gewachsen (1970: 0.2% und 2016: 5.2%). Hingegen blieb der Anteil der jüdischen Glaubensgemeinschaften über diese Jahrzehnte beinahe konstant (1970: 0.4% und 2016: 0.3%).

Judentum
Die erste jüdische Gemeinde liess sich im 13. Jahrhundert in der Schweiz nieder. Jüdische Glaubensangehörige erlebten immer wieder schwierige Zeiten: Im Mittelalter kam es u.a. aufgrund der Pest zu Anschuldigungen und Verfolgungen, die nicht selten in Hinrichtungen endeten. Ferner mussten Juden höhere Steuern zahlen und wurden aus Städten verwiesen. Die rechtliche Gleichstellung mit den übrigen Bürgern konnte erst im späten 19. Jahrhundert erlangt werden. Vor und während des Zweiten Weltkriegs nahm die Schweiz 23’000 jüdische Flüchtlinge auf. Jedoch wurden an der Grenze auch über 30’000 Jüdinnen und Juden abgewiesen. Heute zählt die jüdische Gemeinde in der Schweiz circa 18’000 Angehörige in 24 Religionsgemeinden. Die grössten Gemeinden finden sich in den Städten Zürich, Genf und Basel. In einigen Kantonen (BS, BE, FR und SG) sind jüdische Gemeinden den Landeskirchen gleichgestellt.

Islam
Mit der Einwanderung jugoslawischer und türkischer Gastarbeiter sowie dem Zustrom von Asylsuchenden hat die Zahl der in der Schweiz lebenden Muslime in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Der Islam ist aufgrund der unterschiedlichen Herkunft und Kultur sehr vielfältig organisiert. Heute leben in der Schweiz rund 450’000 Musliminnen und Muslime. Damit ist der Islam nach dem Christentum die zweitgrösste Religionsgemeinschaft in der Schweiz.

Hinduismus
Mit der Eröffnung einer Yoga-Schule in Zürich im Jahr 1948 kamen die ersten hinduistischen Impulse in die Schweiz. In den nachfolgenden Jahrzehnten besuchten vermehrt spirituelle Gurus die Schweiz und verbreiteten das hinduistische Gedankengut. Als 1983 in Sri Lanka ein Bürgerkrieg entfachte, flüchteten viele Tamilen in die Schweiz. Heute leben hierzulande um die 50’000 Hindus, und es gibt über 20 tamilische Hindu Tempel. Somit zählt der Hinduismus zur drittgrössten Religionsgemeinschaft der Schweiz.

Buddhismus
Die ersten buddhistischen Institutionen wurden vor etwa 100 Jahre durch mehrheitlich Intellektuelle und Schriftsteller initiiert. Doch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte der Buddhismus einen Aufschwung. Nach der erzwungenen Integration von Tibet in die Volksrepublik China erbauten in der Schweiz aufgenommene Flüchtlinge in Rikon ZH ein erstes Zentrum. Seither ist die Anzahl an Klöstern, Zentren und Meditationsgruppen stetig gewachsen. Nach wie vor ist der Buddhismus durch Einwanderer geprägt, die unterschiedlichen Traditionen folgen. Heute leben ungefähr 37’000 Buddhistinnen und Buddhisten in der Schweiz.

Religionslosigkeit
Die Zahl der Leute, welche keiner Glaubensgemeinschaft angehören, ist in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Mit der 1.75 Mio. Einwohner (2016) sind die Religionslosen heute fast so zahlreich wie die Evangelisch-Reformierten. Die meisten von ihnen wohnen im Kanton Basel-Stadt, wo sie mit 45% fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Zwei weitere Städte rangieren auf den nächsten Plätzen: Neuenburg (42%) und Genf (37%).

Textquellen

Über das Thema

Veröffentlichungsdatum

29. April 2019

Letzte Aktualisierung

25. Juni 2021