Die chemische Industrie umfasst jene Betriebe, die unter anderem chemische Grundstoffe und Pharmazeutika produzieren. Die ausschliesslich in Forschung und Entwicklung tätigen Betriebe werden dieser Branche nicht zugerechnet. Dieser international orientierte Industriezweig ist wichtig für die Schweizer Wirtschaft, da er einen beträchtlichen Anteil der Schweizer Exporte ausmacht.
Die Chemie- und Pharmaindustrie trägt 5,4% zum Brutto-Inlandprodukt bei (Stand 2018). Sie platziert sich damit gleich hinter der der Maschinenindustrie, ist aber Spitzenreiter beim Export. Dieser Industriezweig verkauft jährlich Produkte im Wert von etwa 88 Milliarden Franken ins Ausland, was 38,4% des Gesamtexportes ausmacht (2018). Gegenwärtig beschäftigt die chemische und Pharmaindustrie rund 70’000 Personen in der Schweiz und mehr als 338’000 im Ausland.
Die ersten chemischen und pharmazeutischen Fabriken sind im 19. Jahrhundert aus der Herstellung von Farbstoffen für die Textilindustrie hervorgegangen. Später konzentrierte sich dieser Industriezweig auf Produkte mit hoher Wertschöpfung wie Serum, Impfstoffe und Medikamente. Nach einer Krise und tiefgreifenden Umstrukturierungen in den 1990er Jahren ist der Pharmasektor in den Jahren nach 2000 stark gewachsen. Die Exporte allein in diesem Bereich stiegen von 8 Milliarden Franken im Jahr 1990 auf 71 Milliarden Franken im Jahr 2015.
Wenige grosse Chemie- und Pharmakonzerne wie Novartis, Roche, Merck Serono, Syngenta, Firmenich und Givaudan beherrschen diesen Industriesektor. Aber fast die Hälfte seiner Beschäftigten entfällt auf kleine und mittlere Unternehmen. Insgesamt gibt es in diesem Sektor rund eintausend aktive Firmen. Sie konzentrieren sich auf die Regionen Basel, Zürich, Zug und auf die Genferseeregion.
Wirtschaft und Energie, Industrie, Chemie
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