Die Elektrizitätsproduktion betrug 2019 71,9 Mrd. kWh. Nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen von 4,1 Mrd. kWh ergibt sich eine Nettoerzeugung von 67,8 Mrd. kWh. An der gesamten Elektrizitätsproduktion waren die Wasserkraftwerke zu 56,4% (davon Laufkraftwerke 24,6%, Speicherkraftwerke 31,8%), die Kernkraftwerke zu 35,2% sowie die konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen zu 8,4% beteiligt.
Wasserkraftwerke
Die tragende Säule der Schweizer Stromversorgung ist die Wasserkraft. Mehr als 600 Wasserkraftzentralen mit rund 100 Speicherseen sowie rund 500 kleinere Wasserkraftwerke produzierten 2019 insgesamt 40,5 Mrd. kWh. Der hohe Ausbaugrad der Wasserkraft hat zur Folge, dass sich das Angebot an hydraulischem Strom von der technischen Seite her nur noch begrenzt steigern lässt. Schwankungen in der effektiven Wasserkrafterzeugung rühren deshalb hauptsächlich von der unterschiedlichen Wasserführung der Flüsse und von den Speichermöglichkeiten in den Stauseen her.
Laufkraftwerke
Der Beitrag der Laufkraftwerke an die gesamte Wasserkrafterzeugung betrug im Durchschnitt der letzten zehn hydrologischen Jahre 44%. 2018/2019 lagen die hydrologischen Voraussetzungen für die Laufwerkproduktion in der ganzen Schweiz 3,3% unter dem zehnjährigen Mittelwert. Laufkraftwerke sind in der Regel Flusskraftwerke. Das für die Energieproduktion nutzbare Gefälle beträgt meist nicht mehr als 50 Meter. Charakteristisch für die Laufkraftwerke ist, dass die Produktionsmöglichkeiten nebst dem technischen Ausbaustand der Anlagen vor allem von der aktuell verfügbaren Wassermenge abhängen.
Speicherseen
Der Anteil der Speicherenergie an der gesamten Wasserkrafterzeugung betrug im Mittel der letzten zehn hydrologischen Jahre 56%. Bei den Speicherkraftwerken wird zwischen reinen Speicherkraftwerken und Speicherkraftwerken mit Zubringerpumpen unterschieden. Die reinen Speicherkraftwerke nutzen das Wasser aus Speicherseen, welche ausschliesslich durch natürliche Zuflüsse gespeist werden. Bei Speicherkraftwerken mit Zubringerpumpen wird auch Wasser aus topografisch tiefer liegenden Einzugsgebieten den Speicherseen zugeführt. Die Zuflüsse sind naturgemäss in den Sommermonaten während der Schnee- und Gletscherschmelze am grössten. Das gespeicherte Wasser kann je nach Bedarf für die Stromproduktion abgerufen werden: Über ein grosses Gefälle wird dann jeweils das Wasser mittels Druckleitungen und Druckschächten den Turbinen zugeführt. Da Elektrizität nicht auf Vorrat gehalten werden kann, bilden die Speicherseen eine wichtige Energiereserve, die vor allem zur Deckung des Spitzenbedarfs im Winter dient.
Kernkraftwerke
Die Stromproduktion der fünf schweizerischen Kernkraftwerke machte im Jahr 2019 25,3 Mrd. kWh aus. Dies ist vor allem auf die höhere Verfügbarkeit des Kernkraftwerks Leibstadt zurückzuführen. Die Verfügbarkeit des schweizerischen Kernkraftwerkparks lag bei 86,9% (2018: 83,9%). Am 20. Dezember 2019 erfolgte nach 47 Betriebsjahren die Einstellung des Leistungsbetriebs des Kernkraftwerks Mühleberg.
Verbrauch elektrischer Energie
Der Landesverbrauch lag 2019 bei 61,5 Mrd. kWh. Nach Abzug der Übertragungs- und Verteilverluste von 4,3 Mrd. kWh ergibt sich ein Stromverbrauch von 57,2 Mrd. kWh. Obwohl wichtige Einflussgrössen wie die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung sowie die Witterung verbrauchssteigernd wirkten, sank der Stromverbrauch in der Schweiz leicht. Dies dürfte vor allem auf Effizienzsteigerungen zurückzuführen sein.
Globale Schweiz, Wirtschaft und Energie, Sekundär-Energie
Wirtschaft und Energie, Industrie, Elektrizitätserzeugung
4. November 2020
11. Februar 2022
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