Die Landschaft ist Ausdruck menschlicher Aktivitäten wie auch natürlicher Prozesse. Unterschiedliche Standortbedingungen, Bewirtschaftungsformen oder Bebauungen lassen die Schweiz mit einer Gesamtfläche von 41’285 km2 als feingefächertes Puzzle aussehen.
In einer kleinflächigen Betrachtung entsprechen die vorherrschenden Bodennutzungen den Vegetationsstufen: Ackerland, Obst-, Reb- und Gartenbau durchsetzt mit Siedlungsflächen und Wäldern in der kollinen Stufe, Wies- und Weideland sowie Wald in der montanen und subalpinen Stufe, Alpwiesen, Alpweiden, Geröll und Fels in der alpinen Stufe, Gletscher und Firn in der nivalen Stufe.
Um eine erste grobe Übersicht zu vermitteln, werden die unterschiedlichen Formen der Bodennutzung gemäss der «Standardnomenklatur» zu vier sogenannten Hauptbereichen zusammengefasst: Siedlungsflächen, Landwirtschaftsflächen, bestockte Flächen und übrige Naturräume.
Siedlungsflächen
Zu den Siedlungsflächen gehören neben den durch Hoch- oder Tiefbauten versiegelten Böden auch alle umgebenden Areale, welche Siedlungszwecken dienen. Beispiele dafür sind Hausgärten, Park-, Sport- und Erholungsanlagen, Grünflächen neben Verkehrsbauten, aber auch Flächen, welche vorübergehend ungenutzt sind oder mit der Erstellung von Bauten zusammenhängen (Baustellen, Deponien, Kiesgruben). 2009 wurden 7,5% der Landesfläche für Siedlungszwecke genutzt.
Die siedlungsreichen Gebiete befinden sich erwartungsgemäss im Mittelland, nördlich des Juras und im Südtessin. In der biogeografischen Region Mittelland ist der Anteil der Siedlungs- an der Gesamtfläche mit 16,0% mehr als doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Am höchsten sind die Anteile in den MS-Regionen Basel (70,9%) und Zürich (61,9%). Über zwei Drittel der Siedlungsflächen befinden sich in Höhenlagen unterhalb 600 Meter über Meer.
Landwirtschaftsflächen
Zu den Landwirtschaftsflächen gehören alle Flächen, auf welchen Futter-, Acker-, Obst-, Gemüse-, Reb- oder Gartenbau betrieben wird. Dazu gezählt werden auch Gewächshäuser, jedoch nicht die Ökonomiegebäude. Über ein Drittel der Landesfläche (35,9%) wurde 2009 für die landwirtschaftliche Produktion genutzt. Die Landwirtschaft bildet somit den grössten der vier Hauptbereiche.
Gebiete, in welchen mehr als die Hälfte der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird, liegen im Mittelland, im südlichen Jura und in den Voralpen der Ostschweiz. Besonders tief sind umgekehrt die Anteile im Tessin, Misox und in Teilen des Wallis.
Bestockte Flächen
Zu den bestockten Flächen zählen geschlossene oder aufgelöste Wälder, und zwar selbst dann, wenn sie infolge von Holzschlägen oder Naturereignissen vorübergehend baumlos sind. Des weiteren gehören Gehölze und Gebüschwälder dazu. Zusammen bedecken die bestockten Flächen nahezu einen Drittel (31,3%) der Landesfläche.
Die Gebiete mit besonders hohen Anteilen an bestockten Flächen liegen im Jura, Churer Rheintal, Tessin und Misox. Bei jenen mit den tiefsten Anteilen handelt es sich einerseits um dicht besiedelte oder landwirtschaftlich intensiv bewirtschaftete Regionen im Mitteland und andererseits um alpine Regionen mit einem grossen Gebietsanteil oberhalb der Waldgrenze.
Übrige Naturräume
In diesem vierten Hauptbereich werden die unbestockten, weitgehend naturbelassenen Flächen zusammengefasst, welche weder landwirtschaftlich noch als Siedlungsfächen genutzt werden. Diese «übrigen Naturräume » (in der Nomenklatur als «unproduktive Flächen» bezeichnet) bedecken wenig mehr als einen Viertel der Schweizer Landesfläche (25,3%).
Erwartungsgemäss ist der Flächenanteil der übrigen Naturräume in den Zentralalpen weitaus am grössten, denn dieser Hauptbereich besteht zu 44,6% aus vegetationslosen Flächen und zu 10,9% aus Gletschern.
Landschaft und Raum / Landschaften/Lebensräume / Bodennutzung
25. November 2019
4. Mai 2022
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