Dominanz ausgewählter europäischer Berge

Dominanz ausgewählter europäischer Berge

Was ist ein Berg? Wie viele Berge gibt es? Möchte man diese einfachen Fragen zur Topografie der Welt oder eines Landes beantworten, so stellt sich heraus, dass eine Bestimmung gar nicht so einfach ist.

Betrachtet man jede kleinste Erhebung als Berg, so gibt es unendlich viele Berge. Eine sinnvolle objektive Einschränkung ist somit nötig, um eine Rangfolge der Berge zu erhalten. Dafür können drei Kriterien angewendet werden: Dominanz, Prominenz und Eigenständigkeit.

Dominanz

Die Dominanz ist die vom Gipfel eines Berges aus gemessene Länge der horizontalen Luftlinie zum nächsthöheren Punkt. Die Dominanz des Berges A wird also vom Abstand zum nächststehenden höheren Berg bestimmt. Dominante Berge sind somit jene, die in einem grossen Umkreis die höchsten sind. Verwendet man als Kriterium für die Dominanz einen Umkreis von 1 km, so resultieren in der Schweiz 1'595 bedeutende Berge, bei 10 km Umkreis sind es 54 Berge, bei 50 km noch 3 Berge. In der Schweiz ist der Piz Bernina mit 137.8 km der Berg mit der grössten Dominanz; das Finsteraarhorn ist der nächstliegende Berg, der höher ist. Der Berg mit der zweithöchsten Dominanz ist die Dufourspitze mit 78.2 km. Es folgen das Finsteraarhorn mit 51.65 km, der Chasseral mit 49,5 km, der Piz Russein (Tödi-Massiv) mit 42.05 km und das Rheinwaldhorn/Adula mit 35.1 km.

Prominenz

Die Prominenz oder Schartenhöhe ist die Höhendifferenz zwischen dem Gipfel und der höchstgelegenen Scharte, die zu einem höheren Gipfel führt. Oder anders ausgedrückt: Die Schartenhöhe ist der kleinste Abstieg, der zu machen ist, um einen höheren Berg zu besteigen. Die Schartenhöhe zeigt an, wie frei ein Berg steht. Die grösste Schartenhöhe besitzt das Finsteraarhorn mit 2'280 m Höhendifferenz zum Simplonpass auf 1'994 m ü.M., dies auf dem Weg zum nächst höheren Geländepunkt am Monte Rosa. An zweiter Stelle liegt der Piz Bernina mit 2'234 m, gefolgt von der Dufourspitze mit 2'165 m und dem Säntis mit 2'021 m Schartenhöhe.

Eigenständigkeit

Die Bedeutsamkeit eines Berggipfels lässt sich zudem mit dem Eigenständigkeitswert definieren. Dieser berücksichtigt gemäss W. Leonhard die Dominanz, die relative Prominenz und die Höhe eines Gipfels. Für jede dieser Grössen werden Indizes (EP, ED und EH von 0.0 bis 7.0) errechnet, aufsummiert und schliesslich durch drei geteilt. Für die Kategorie „Weltberge“ wie der Mont Blanc oder der Grossglockner ergeben sich so Werte kleiner als 1.0, für die „Hauptberge eines Kontinents“, z.B. den Säntis, Werte zwischen 1.0 und 2.0.

Textquellen

Über das Thema

Veröffentlichungsdatum

25. November 2020

Letzte Aktualisierung

14. Februar 2022