Durchschnittliches tägliches Passagieraufkommen auf dem Schienennetz
Kategorien: Verkehr und Kommunikation › Schienenverkehr › Verkehrsaufkommen
Schienenverkehr in der Schweiz - Historischer Überblick
Schienen als Fahrweg waren bereits seit dem Mittelalter zu Transportzwecken im Bergbau in Verwendung. Die 1993 am Ofenpass gefundenen Holzschienenwege von 1441 gelten als älteste der Schweiz. Nach der Entwicklung der ersten Dampflokomotive in Grossbritannien und der Adaption und Einrichtung von Eisenbahnstrecken auf dem europäischen Festland, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurden auch in der Schweiz erste Stimmen zur Umsetzung von Eisenbahnprojekten laut. Allerdings erst nach dem Sonderbundskrieg am 07. August 1847 wurde zwischen Zürich und Baden die erste Eisenbahnlinie, die in ihrer Gesamtheit auf schweizerischem Boden liegt, für den Personenverkehr eröffnet. Bekannt wurde sie unter dem Namen "Spanisch-Brötli-Bahn". Bereits drei Jahre zuvor verkehrten erste Züge in der Schweiz, die, betrieben von der französischen Compagnie du chemin de fer de Strasbourg à Bâle, von Strassburg kommend, nach Basel fuhren.
1862 verband sodann die erste Tram der Schweiz Carouge mit Genf. In den Anfangsjahren ging der Bau- und Betrieb von Schienenstrecken auf private Initiativen zurück, die in den betroffenen Kantonen nach Erhalt von Konzessionen den Betrieb aufnehmen konnten. Vorgaben des Bundes gab es nur zu den wesentlichsten technischen Fragen. Da infolgedessen der Konkurrenzkampf zwischen den Privatbahnen weiter zunahm und sich das nationale Netz nicht vereinheitlichen liess, übertrug das eidgenössische Parlament mit dem zweiten Eisenbahngesetz 1872 das Recht der Konzessionserteilung dem Bund, der somit die Kontrolle über Bau, Betrieb und Tarifbestimmungen wiedererlangte. Als Resultat dieser Beschlüsse wurde 1873 die Eisenbahnabteilung des Bundes gegründet, die Vorläuferin des heutigen Bundesamts für Verkehr (BAV). In den Folgejahren wurde der Unmut über die Betreiber der privaten Eisenbahngesellschaften zunehmend lauter, sodass mit Beginn des 20. Jahrhunderts der Bund die schrittweise Übernahme der Privatbahnen einleitet. Mit 01. Januar 1902 wurde sodann die SBB als schweizerische Staatsbahn gegründet.
Inzwischen umfasst das schweizerische Eisenbahnnetz über 5'300 Kilometer bei mehr als 1'600 Stationen und Haltestellen, die zum Teil auch wieder von privaten Anbietern betrieben werden. Zum Vergleich: Das Netz der Trambahnen hat in der Schweiz eine Gesamtlänge von 315 Kilometern bei über 500 Haltestellen.
Der Unterschied zwischen Eisenbahn, Tram und Zahnradbahn
In der Schweiz werden Schienen als Fahrweg vor allem von Eisenbahnen, Trams und Zahnradbahnen genutzt. Das Bundesamt für Statistik definiert diese Verkehrsmittel wie folgt:
Eisenbahnen sind schienengebundene Fahrzeuge, auf denen öffentlicher Personen- oder Güterverkehr betrieben wird, mit Ausnahme von Zahnradbahnen, Trams und Standseilbahnen.
Unter Trams hingegen sind schienengebundene Fahrzeuge des öffentlichen Personenverkehrs zu verstehen, auf denen ausschliesslich Agglomerations- und/oder Ortsverkehr betrieben wird.
Zahnradbahnen sind ebenfalls schienengebundene Fahrzeuge auf denen öffentlicher Personen- oder Güterverkehr betrieben wird, allerdings weisen sie mindestens einen streckenbezogenen Zahnradanteil von 50 Prozent auf.
Passagierzahlen auf dem Schienennetz
In der vorliegenden Karte sind Informationen zum gesamten Schienennetz in der Schweiz aufgeführt. Im Fokus dieser Karte liegt das Passagieraufkommen, sprich die Anzahl der Fahrgäste in Schienenfahrzeugen auf den jeweils passierten Streckenabschnitten in der Schweiz. Der Erfassungszeitpunkt des Datensatzes liegt im Jahr 2017. Diese Werte lassen sich mit Hochrechnungen (Jahr 2050) aus dem Nationalen Personenverkehrsmodell (NPMV) des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) vergleichen. Beide Datenreihen liegen in zwei unterschiedlichen Erfassungs-/Hochrechnungsintervallen vor:
1. Durchschnittlicher täglicher Verkehr (Montag bis Sonntag).
2. Durchschnittlicher werktäglicher Verkehr (Montag bis Freitag).
Die folgende Abbildung zeigt die Summe aller Passagiere (gezählt nach Zustieg in schienengebundenes Verkehrsmittel) auf dem Schienennetz über das ganze Jahr gesehen, im Jahresvergleich von 2000 bis 2022.
Textquellen
- Mäder (2022): 175 Jahre Spanisch-Brötli-Bahn: Grund zum Feiern
- Glatthard (2022): 175 Jahre Eisenbahn in der Schweiz. In: Geomatik Schweiz: Geoinformation und Landmanagement
- Bärtschi & Dubler (2015): Eisenbahnen. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)
- BFS (2023): Infrastruktur und Streckenlänge
- BFS (2023): Statistik des öffentlichen Verkehrs: Definitionen Verkehrsmittel
- Beglinger (2015): Öffentlicher Verkehr. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)
Datenquellen
- Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) (2017): Load (passengers) on the Swiss rail network (passenger traffic)
- Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) (2021): Load (passengers) on the Swiss rail network (passenger traffic) 2050
Dateneigner: Rolf Giezendanner (ARE)
Veröffentlichungsdatum:
Letzte Aktualisierung: