Entwicklung der Nullgradgrenze

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Die Temperatur nimmt in der unteren Atmosphäre mit zunehmender Höhe ab und fällt ab einem gewissen Punkt unter 0 °C. Diese Höhe wird als Nullgradgrenze bezeichnet. Die Nullgradgrenze beeinflusst unter anderem die Vegetationsentwicklung, die Schneefallgrenze und den Wasserkreislauf, wodurch sie die Lebensräume von Menschen, Tieren und Pflanzen entscheidend prägt.

Die bodennahe Nullgradgrenze wird aus Bodenmessstationen hergeleitet. Einige Messreihen von MeteoSchweiz-Bodenmessstationen verfügen über tägliche Temperaturdaten bis ins Jahr 1864 zurück. Dies ermöglicht präzise Aussagen darüber, wie sich die bodennahe Nullgradgrenze seit dem Beginn der systematischen Aufzeichnungen entwickelt hat.

Historische Entwicklung der Nullgradgrenze in der Schweiz im Kontext des Klimawandels

Ähnlich wie die bodennahe Temperatur, steigt auch die Höhe der Nullgradgrenze über der Schweiz infolge des menschgemachten Klimawandels stark an. Seit Beginn der Aufzeichnungen 1864 ist die bodennahe Nullgradgrenze auf der Alpennordseite um 200 bis 700 m gestiegen und der Anstieg hat sich seit 1970 zum Teil deutlich beschleunigt. Lag die Nullgradgrenze zwischen 1871 und 1900 im Winter noch auf der Höhe der grossen Städte Zürich oder Genf (ca. 400 m ü. M.), ist sie heute (Stand 2024) auf der Höhe von Einsiedeln (ca. 900 m ü. M.) zu finden. Ein anderes Beispiel, das den Anstieg veranschaulicht: Heute liegt die durchschnittliche Nullgradgrenze im März fast auf einer Höhe wie früher im April.

Die Nullgradgrenze auf der Alpensüdseite liegt vor allem im Winter einige hundert Meter höher als auf der Alpennordseite und der beobachtete Anstieg ist in den meisten Monaten etwas kleiner als im Norden.

Zukunft und Klimaszenarien

MeteoSchweiz hat für die Zukunft unterschiedliche Klimaszenarien berechnet, die versuchen, eine Abschätzung zum zukünftigen Zustand des Klimas darzustellen. Sie basieren auf Schätzungen von unterschiedlichen Entwicklungen der Treibhausgase in der Atmosphäre bis Ende des Jahrhunderts.

Wie oben erwähnt, wird die Nullgradgrenze auch in den nächsten Jahrzehnten weiter ansteigen. Als eine Folge davon schrumpft das Gebiet, in dem die Bedingungen für Schneefall gegeben sind, zusehends. Gemäss den Simulationen könnte die Nullgradgrenze im Winter bis Mitte des 21. Jahrhunderts von heute knapp 900 Meter auf bis zu knapp 1500 Meter über Meer klettern. Mit starkem Klimaschutz könnte man einen Teil des weiteren Temperaturanstiegs in der Schweiz vermeiden und auch den Anstieg der Nullgradgrenze bremsen.

Informationen zur Karte

Die Karte zeigt die Entwicklung der Nullgradgrenze im Zeitraum von Ende des 19. Jahrhunderts bis Ende des 21. Jahrhunderts. Die dargestellten Werte entsprechen einem Mittel über 30 Jahre für die Wintermonate (Dezember bis Februar) oder Sommermonate (Juni bis August) über die ganze Schweiz.

Mehrere Informationen werden auf der Karte dargestellt:

Die Werte der Nullgradgrenze für die Vergangenheit für Winter und Sommer. Diese Werte wurden aus Bodenmessstationen hergeleitet.

Für die Zukunft werden die Werte zwei unterschiedlicher Klimaszenarien dargestellt: eine Variante «mit Klimaschutz», bei der Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden und eine «ohne Klimaschutz», bei der keine Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden. Für jedes Klimaszenario und jede Saison wird der tiefste Modellwert, der höchste Modellwert, sowie die Unsicherheit dargestellt.

Zusätzlich wird für die Zukunft ein Vergleich zwischen den beiden Szenarien dargestellt: die mittleren Nullgradgrenzen von beiden Szenarien werden gleichzeitig dargestellt. Das ermöglicht, den relativen Einfluss der Klimaschutzmassnahmen besser zu beurteilen.

Einige wichtige Hinweise: Die gezeigten Werte sind als Näherungswerte der Nullgradgrenze zu verstehen. Sie geben eine allgemeine und grobe Idee des Verlaufes der Nullgradgrenze über eine Periode von ca. 200 Jahren wieder. Kleinräumige Effekte wie z.B. Kaltluftseen sind nicht aufgelöst, weshalb die Werte nicht punktgenau verwendet werden dürfen. Ausserdem werden für die Visualisierung die gemittelten Werte über die ganze Schweiz verwendet, und die regionalen Unterschiede (zum Beispiel Nordschweiz oder Südschweiz) nicht berücksichtigt.

Textquellen

Datenquellen

Dateneigner: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), Bundesamt für Landestopografie (swisstopo)

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