Erdbeben: spürbare Ereignisse mit Magnituden 2.5+ seit 1975
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Erdbeben entstehen durch einen plötzlichen Spannungsabbau entlang von Brüchen in der Erdkruste. Aufgrund der ständigen Bewegung der tektonischen Platten baut sich in den Gesteinsschichten auf beiden Seiten eines Bruches Spannung auf. Wenn diese genug gross ist, entlädt sie sich in einer plötzlichen, ruckartigen Bewegung. Die dabei freiwerdende seismische Energie breitet sich in Form von Wellen durch die Erde und entlang der Erdoberfläche aus und verursacht die als Beben wahrgenommenen Erschütterungen. Die Erdbeben in der Schweiz sind in erster Näherung die Folge des Aufeinanderprallens der europäischen und der afrikanischen Lithosphärenplatten. Induzierte Beben werden durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, beispielsweise durch Tunnelbauten, das Befüllen von Stauseen und Geothermie- oder Fracking-Projekte.
Intensität: Angabe zur Stärke eines Erdbebens als Mass der an der Erdoberfläche wahrgenommenen Auswirkungen. In Europa entspricht die Erdbebenintensität einer Klassifizierung des Schadensausmasses von I bis XII gemäss der Europäischen Makroseismischen Skala (EMS-98), früher als Mercalli-Skala bekannt. (Beispiele: Leichte Gebäudeschäden = Intensität VI; Schwere Gebäudeschäden = Intensität VIII.).
Magnitude: Angabe zur Stärke des Erdbebens als Mass der im Erdbebenherd freigesetzten Energie. Sie wird aus der Grösse der instrumentell aufgezeichneten Bodenbewegungen (Seismogramme) berechnet. Es gibt verschiedene Methoden die Magnitude zu bestimmen, die oft etwas unterschiedliche Werte liefern aber sich letztlich alle auf die bekannte Richter-Skala beziehen. Die hier angegebenen Magnituden entsprechen der sogenannten Momenten-Magnitude.
Mit seinem digitalen Messnetz registriert der Schweizerische Erdbebendienst in der Schweiz und im nahen benachbarten Ausland durchschnittlich zwei Erdbeben pro Tag beziehungsweise 500 und 800 Erdbeben pro Jahr. In der Regel sind ungefähr 10 bis 15 davon stark genug (ca. Magnitude 2.5 oder grösser), um von der Bevölkerung verspürt zu werden.In der Nähe des Epizentrums sind Erdbeben in der Regel ab einer Magnitude von 2.5 zu verspüren. Nur in sehr seltenen Fällen erhalten wir Erdbebenmeldungen für Ereignisse mit einer Magnitude unter 2. Ab Magnitude 3 werden Beben verbreitet verspürt. Erdbeben mit Magnituden zwischen 4 und 5 können in einem Umkreis von bis zu 200 km wahrgenommen werden. Ab Magnitude 5 sind es unter Umständen mehrere 100 km.
Textquellen
- Swiss Seismological Service: Earthquake Country Switzerland
Datenquellen
- SSS (2016): Earthquake catalog ECOS-09
- SSS (2023): Earthquake Catalog of Switzerland, ECOS
Dateneigner: Schweizerischer Erdbebendienst (SED)
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