In der Schweiz vollzog sich in den letzten beiden Jahrzehnten eine ausgeprägte Veränderung der Gemeindestruktur. Zählte die Schweiz im Jahr 2000 noch 2899 politische Gemeinden – nur gut 300 weniger als bei Gründung des Bundesstaats 1848, so sind in den letzten 20 Jahren mehr als doppelt so viele Gemeinden verschwunden. 1850 gab es in der Schweiz 3205 Gemeinden, 1900 3164, 1950 3101, 1990 3021, 2000 2899, 2010 2596. Seit der Jahrtausendwende beträgt die Abnahme 724 Gemeinden auf den Stand von nunmehr 2175 Gemeinden (1.1.2021). Dies resultiert in einer erheblichen Strukturbereinigung auf kommunaler Ebene.
Die Verbindung von Dörfern und Weilern zu einem gemeindlichen Verwaltungsgebiet lässt sich in der Schweiz seit dem Mittelalter beobachten. Zahlreiche politischen Gemeinden sind – wie etwa in Obwalden, im Tessin und in der Waadt – noch heute im Innern nach ursprünglichen Fraktionen gegliedert. Daneben finden sich herrschaftsorganisatorische Zusammenfassungen. So vereinigte Bern 1542 Bogis und Bossey, Zürich im 17. Jahrhundert Wangen und Brüttisellen. Ein formeller Gemeindezusammenschluss setzt jedoch eine rechtlich strukturierte Gemeindeordnung voraus, die erstmals in der Helvetik mit dem Gesetz über die Munizipalitäten gegeben war.
Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von Gemeindezusammenschlüssen in der Schweiz sind verschiedene wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklungen, die Gemeinden in ihrer Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit bedrohen.
Neben den Gemeindefusionen und Eingemeindungen können auch andere Prozesse zu Änderungen auf kommunaler Ebene führen:
Unter der Bezeichnung «Historisiertes Gemeindeverzeichnis» publiziert das BFS die Grunddaten aller Gemeindestände und deren Mutationen seit 1960.
Staat und Politik / Raumgliederungen / Administrative Einheiten
15. Dezember 2021
5. Mai 2025
Dieses Thema enthält Darstellungen, die der Web-Atlas noch nicht unterstützt. Sie können es im Desktop-Atlas auf Ihrem Computer öffnen.
Noch nicht installiert? Desktop-Atlas herunterladen