Das Höchstmass an Vereisung wurde im Allgemeinen in der Elster/Mindel-Eiszeit erreicht. An einigen Stellen aber überfuhren die Saale/Riss-Gletscher die Elster–Endmoränen und erreichten lokal Höchstwerte: So stiess etwa das Inlandeis entlang des Rheins von Norden her bis zu den Mittelgebirgen vor. Das Inlandeis, das während der Eiszeit das nördliche Europa bedeckte, kam nicht vom Nordpol, sondern aus Skandinavien. Kleinere Vergletscherungszentren (sog. Eiskappen) befanden sich zudem über den Britischen Inseln. Eigene Eiskappen hatten ferner die Färöer-Inseln und Island. Das nordische Inlandeis bedeckte maximal eine Fläche von 6,5 Mio. km².
Von alpinen Vergletscherungen betroffen waren die Sierra Nevada, die Pyrenäen, das Zentralmassiv, die Alpen, die Vogesen, der Schwarzwald, Korsika, der Apennin, das Kantabrische Gebirge, das Rhodope-Gebirge (Balkan), der Olymp, die Albanischen Alpen, der Böhmerwald, die Hohe Tatra und die Karpaten. Vergletschert waren auch Teile Nordasiens (Sibirien), Nordamerikas und Patagoniens. Die eiszeitlichen Gletscher bedeckten weltweit maximal eine Fläche von 55 Mio. km²; die heutige Eisbedeckung beträgt ca. 15 Mio. km².
Die Eiszeit machte sich nicht nur im vereisten oder gletschernahen Bereich bemerkbar, sondern war die Folge einer Klimaänderung, welche die ganze Erde mehr oder weniger stark betraf. Besonders deutlich zeigt sich dies an den Vegetationszonen, die gegen Süden verschoben waren. Wo heute Mittelmeervegetation zu finden ist, stand damals Mischwald. Eine alpine Waldgrenze gab es nicht, die polare Waldgrenze lag sogar südlich der Alpen. Im eisfreien Gebiet zwischen der alpinen Vergletscherung und dem Inlandeis lag Frostschutt oder erstreckten sich Tundren und Lösstundren. Der Löss wurde vom Wind aus den Moränen und den weiten Schuttflächen vor den Gletschern ausgeweht und in den eisfreien Gebieten abgelagert. Die Tundren waren das Habitat von einigen grossen Säugern wie Mammut, Höhlenbär, Wisent, rotbraunes Wollhaarnashorn und Ren.
Während der Eiszeit war der Anteil an Wasser, das im Gletschereis gebunden war, grösser als in den Warmzeiten, wodurch der Meeresspiegel sank. Weite Teile des Schelfs wurden so zu Land. Es wird angenommen, dass der Meeresspiegel in der Risseiszeit maximal 130-150 m tiefer lag als heute, zur Würmeiszeit ca. 80-90 m. Sardinien und Korsika waren eine zusammenhängende Insel und die Strasse von Messina, der Bosporus und die Dardanellen Landbrücken.
21. März 2023
21. März 2023
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