Die Versicherungsbranche in der Schweiz machte 2015 über 43% des Finanzsektors aus. Mit einer Wertschöpfung von 26,1 Milliarden Franken bzw. einem Anteil von 4,2% an der Gesamtwirtschaft zählt sie zu den zehn grössten Branchen der Schweiz. Oft wird sie in die drei Kategorien Leben, Schaden und Rück unterteilt.
Lebensversicherung
Die Lebensversicherung umfasst die Versicherung zum Schutz vor den finanziellen Folgen der Lebensrisiken Alter, Tod und Invalidität bzw. Erwerbsunfähigkeit. Das Angebot umfasst die Einzellebensversicherung und die kollektive Lebensversicherung und wird v. a. für die Altersvorsorge im Rahmen der Dritten Säule genutzt.
Schadenversicherung
Ein Schadenversicherungsfall liegt vor, wenn eine Vermögenseinbusse Voraussetzung und Kriterium für die Bemessung der Leistungspflicht des Versicherers ist.
Zu den Schadenversicherungsunternehmen zählen gemäss Versicherungsvertragsgesetz sowohl Schaden- als auch Krankenversicherer. Deshalb gehören dieser Kategorie viele Branchen an wie z. B. Krankheit, Feuer- und Sachschäden, Unfall, Haftpflicht oder Rechtsschutz.
Die AXA Versicherungen, Schweizerische Mobiliar, Zürich Versicherung, Allianz Suisse, Helvetia und die Basler Versicherung AG waren 2015 die grössten Schadenversicherer in der Schweiz. Mit ungefähr 13‘000 Mrd. CHF gebuchter Prämien kamen sie zusammen auf einen Inland-Marktanteil von knapp 75 %.
Bei den Krankenversicherern bildeten 2015 die Helsana Zusatzversicherungen, Swica Krankenversicherung, CSS und Visana die grössten vier. Sie hatten mit total rund 5‘100 Mrd. CHF gebuchter Prämien einen Marktanteil in der Schweiz von etwas mehr als 56 %.
Rückversicherung
Rückversicherer sind die Versicherer der Versicherer. Dabei geht es darum, das versicherte Risiko in einem bestimmten Verhältnis auf Erst- und Rückversicherer zu verteilen. Der Versicherer, der den Vertrag mit dem Publikum abschliesst, wird als Erstversicherer bezeichnet. Wenn er einen Teil seines Geschäftes an den Rückversicherer abgibt, handelt er als Zedent; der das Risiko übernehmende Rückversicherer ist der Zessionar. Denjenigen Teil des Risikos, den der Erstversicherer selbst trägt, nennt man Eigenbehalt, denjenigen Teil, den er weitergibt, Zession oder zweites Risiko. Im Vergleich zu Erstversicherern weisen Rückversicherer geografisch und nach Sparten häufig eine breitere Diversifikation auf. Deshalb sind sie eher in der Lage, die finanziellen Auswirkungen von Grossschadenereignissen – wie etwa Naturkatastrophen – zu absorbieren.
Die gebuchten Bruttoprämien umfassen alle während des Geschäftsjahres für die Versicherungsverträge fällig gewordenen Beiträge, unabhängig davon, ob sich diese Beiträge ganz oder teilweise auf ein späteres Geschäftsjahr beziehen. Dazu gehören insbesondere auch die von anderen Versicherungsunternehmen entrichteten Rückversicherungsbeiträge. Diese Beträge verstehen sich ohne Steuern und steuerähnliche Abgaben, die auf die Beiträge erhoben werden.
13. November 2017
2. November 2020
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