Häufigster Bodentyp
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Unsere Böden entstanden aus den unterschiedlichsten Gesteinsmaterialien unter Einwirkung des Klimas und der Lebewesen. Festgestein und Gesteinsteile unterschiedlichster Grösse, von Flüssen oder Gletschern abgelagert, verwitterten in tausenden von Jahren zu Boden. In der Schweiz entwickeln sich die Böden noch und wechseln Aufbau und Zusammensetzung meist auf relativ geringer Distanz: Einerseits haben die Eiszeiten – erdgeschichtlich gesehen – erst vor kurzem die obersten Schichten der Erdkruste gewaltig verändert, andererseits bewirkt das stark geneigte Relief häufige Veränderungen durch oberflächliche Erdbewegungen (Erosion und Akkumulation). So kann innerhalb weniger Meter ein wichtiges Bodenmerkmal wie das Wasserspeichervermögen wesentlich ändern.
Ohne Boden ist kein terrestrisches Ökosystem möglich. Für höheres Leben bilden Böden eine unerlässliche Ressource für das Pflanzenwachstum und somit für Primärprodukte (Nahrungsmittel, Werk- und Brennstoffe).
Die Kartierungseinheiten der Bodeneignungskarte der Schweiz im Massstab 1:200'000 werden durch Gruppen von maximal 6 Bodenformen, die jeweils zusammen vorkommen (sogenannten Bodengesellschaften) charakterisiert. Eine Bodenform wird durch einen Bodentyp und ev. einen Untertyp beschrieben.
Drei wichtige Bodentypen der Schweiz sind:
Braunerde (nach FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen: Cambisol): Gekennzeichnet durch fortwährende Verwitterung des häufig bereits vorverwitterten Ausgangsmaterials bis in etwa 60-150 cm Tiefe. Erde farblich von rostfarbenen Eisenoxyden geprägt, da genügend Sauerstoff im Boden. Häufigster Bodentyp der tieferen Lagen der Schweiz. Zumeist sehr fruchtbar und in wenig geneigten Lagen ackerbaulich nutzbar.
Gleyboden (nach FAO: Gleysol): Durch Grund-, Hang- oder Stauwasser (bei Pseudogley) geprägte Böden. Meist aus feinkörnigen, tonreichen Gesteinsteilen. Eisen teilweise bis vollständig in reduzierter Form vorliegend, der Erde graue, blaue oder grüne «fahle» Farbtöne verleihend. In der ganzen Schweiz vorkommende Böden, jedoch meistens nur kleinflächig in Talebenen, Plateau-, Mulden- und Hangfusslagen. In nicht-drainiertem Zustand vorwiegend für Mähwiesen geeignet.
Moorboden (nach FAO: Histosol): Aus abgestorbenem organischem Material entstandene schwarze Böden über undurchlässigen mineralischen Schichten, z.T. mit mineralischen Beimischungen («Halbmoor»). Im ursprünglichen Zustand meistens durch Grund- bzw. Hangwasser (Niedermoor) oder Stauwasser (Hochmoor) gesättigt, heutzutage vielerorts drainiert. In der ganzen Schweiz vorkommend, jedoch zumeist nur kleinflächig. In nicht-drainiertem Zustand höchstens als Streuewiesen nutzbar. Grundwasserabsenkung durch Drainage mit nachfolgender acker- oder gemüsebaulicher Nutzung bewirken Abbau der organischen Substanz und Bodensackung.
Textquellen
- Agroscope: Bodeneigenschaften. Reckenholz-Tänikon
Datenquellen
- FOAG (2008): Digitale Bodeneignungskarte der Schweiz. Bundesamt für Landwirtschaft
Dateneigner: agroscope Reckenholz-Tänikon ART (ART), Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)
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