Die Holznutzung ist eine der wichtigsten Funktionen des Schweizer Waldes. Über 700 Forstbetriebe und Forstunternehmen sowie Tausende Private bewirtschaften ihn, um seine Funktionen aufrechtzuerhalten und Holz zu produzieren. Die gesamte Wald- und Holzwirtschaft schafft in der Schweiz über 100'000 Arbeitsstellen.
Holz ist in der Schweiz ein vielgenutzter und vielseitig verwendeter Rohstoff. Sei es als Baumaterial, Brennstoff zum Heizen oder einfach zum «Brötle». Einem Holzverbrauch von 11 Mio. m3 pro Jahr steht eine theoretische nachhaltige heimische Produktion von ca. 7-8 Mio. m3 gegenüber. Tatsächlich geerntet werden zurzeit aber nur etwa 4.5 Mio. m3, was einem Wert von ca. 380 Mio Fr. entspricht. Der Unterschied zwischen dem, was pro Jahr wächst und entsprechend nachhaltig geerntet werden könnte und dem was tatsächlich geerntet wird, ist in erster Linie mit der Zugänglichkeit des Waldes und den damit verbundenen Erntekosten verbunden. Ist der Holzpreis niedrig, lohnt sich die Ernte in unwegsamem Gelände nicht mehr.
Bei der Nutzung des Schweizer Waldes lassen sich klare regionale Unterschiede erkennen. Während in den flachen Regionen relativ leicht mit bodengebundenen Verfahren («Forwarder», Traktor, Pferd) gearbeitet und somit kostengünstig geerntet werden kann, wird in den Bergregionen häufig mit aufwendigen Verfahren wie Seilkränen oder sogar Helikoptern gerückt (Holz zur Abtransportstelle transportiert). Dies erfordert neben teurem Gerät meist auch viel mehr Handarbeit und erhöht somit die Kosten enorm. Je nach Holzpreis verschiebt sich somit die Grenze von rentablem Holz mit der Zugänglichkeit des Geländes.
Der Schweizer Wald hat eine Fläche von 1,32 Mio. ha und bedeckt somit knapp ein Drittel der Landesfläche. Er erfüllt viele wichtige Funktionen: Er schützt vor Rutschungen, Murgängen, Steinschlag und Lawinen, produziert den erneuerbaren Rohstoff Holz, sorgt für sauberes Trinkwasser, ist Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und bietet uns Menschen Raum für Freizeit und Erholung.
Zur stetigen Überwachung dieses so wichtigen Ökosystems verfügt die Schweiz über das Landesforstinventar (LFI). Das LFI ist eine periodische Erhebung des Bundes in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) über den Zustand und die Entwicklung des Schweizer Waldes und dient als langfristig angelegtes Instrument der Waldbeobachtung. Es erfasst seit bald 40 Jahren laufend den Zustand und die Veränderungen des Waldes. Dadurch können Entwicklungstrends frühzeitig erkannt und analysiert werden. Das LFI widerspiegelt das Waldökosystem mit all seinen Funktionen und Dienstleistungen für die Gesellschaft.
Dabei werden Luftbilder im 500 m-Netz interpretiert. Feldaufnahmen im Wald sowie Umfragen beim Forstdienst werden im 1,0 km-Netz (LFI1) bzw. 1,4 km-Netz (LFI2; LFI3) durchgeführt. Seit dem vierten Inventar (LFI4) werden die Daten nicht mehr periodisch, sondern kontinuierlich erhoben.
Die Raster-Informationen zu den Baumartenanteilen basieren auf LFI1-Probeflächen von 5 Aren (500 m²) Grösse und berücksichtigen alle Probebäume ab 12 cm Durchmesser, gemessen auf 1,3 m Höhe.
In den Karten zum LFI werden zu jedem Probepunkt symbolisch die erhobenen Daten dargestellt. Es ist allerdings wichtig anzumerken, dass lokal erhobene Werte keine Aussage über die umliegende Region machen können; trotzdem lassen sich regionale Unterschiede gut erkennen.
Landschaft und Raum / Landschaften/Lebensräume / Wald und Bäume
31. August 2022
31. August 2022
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