Internationale Sportverbände mit Sitz in der Schweiz

Internationale Sportverbände mit Sitz in der Schweiz

Grundsätzlich werden die internationalen Sportorganisationen nach Sportverbänden (International Federations, IF) und Sport-Dachorganisationen unterschieden; sie sind generell für das Funktionieren und die Entwicklung des Sports verantwortlich.
Zu den Dachorganisationen gehören beispielsweise das Internationale Olympische Komitee (IOC) oder der Internationale Hochschulsportverband (FISU), welche beide ihren Hauptsitz in Lausanne haben. Sie stehen für die Inszenierung des Sports vor dem Hintergrund der olympischen Werte.
Internationale Sportverbände sind vornehmlich für die Gestaltung und Entwicklung der jeweiligen Sportart verantwortlich. Sie sind somit die Dachorganisation ihrer Sportart und steuern die Sportdisziplinen auf internationaler Ebene. Im Rahmen von Olympischen Spielen oder anderer Veranstaltungen internationaler Dachorganisationen sind sie für die technische Leitung und die Kontrolle ihrer Sportart zuständig. Zu ihren Aufgaben zählen ausserdem die Standardisierung der Wettkämpfe durch ein einheitliches Regelwerk, die Weiterentwicklung und die weltweite Verbreitung der Sportart. Ein internationaler Sportverband ist eine Non-Profit-Organisation und untersteht dem Recht des Landes, in dem ihr Hauptsitz steht.
Daneben gibt es noch weitere Institutionen wie der Internationale Sportgerichtshof (TAS/CAS) oder die World Anti-Doping Agency (WADA), welche nicht direkt eine Sportorganisation sind, aber zur Unterstützung der Glaubwürdigkeit und der Autonomie des Sports beitragen.
Die Schweiz dient – aufgrund wichtiger Standortvorteile und einer Politik mit attraktiven Bedingungen (z.B. steuerrechtlicher Sonderstatus) – als Sitz vieler internationaler Sportorganisationen.

Einige ausgewählte internationale Sportorganisationen mit Sitz in der Schweiz:

  • Internationales Olympisches Komitee (IOC)
    Das IOC stellt die oberste Autorität der olympischen Bewegung dar. Es wirkt als Vermittler zwischen allen Parteien der Olympischen Familie, von den Nationalen Olympischen Komitees (NOCs), den Internationalen Sportverbänden (IFs), den Athleten, den Organisatoren der Olympischen Spiele (OCOGs), bis zu den Medienpartnern. Als Hauptaufgabe gewährleistet das IOC alle vier Jahre die Durchführung der Olympischen Spiele. Das IOC zählte 2015 205 Ländermitglieder, mehr als beispielsweise die UNO, und hat seinen Sitz seit über hundert Jahren in Lausanne. In der Schweiz gilt das IOC als gemeinnützige Körperschaft.
  • Fédération Internationale de Natation (FINA)
    Der 1908 in London gegründete Weltschwimmverband hat mittlerweile seinen Sitz nach Lausanne verlegt. Der FINA gehören 202 nationale Verbände an; sie ist verantwortlich für sechs verschiedene Sportdisziplinen, wovon fünf olympisch sind. Die von der FINA organisierten Weltmeisterschaften finden alle zwei Jahre statt.
  • Fédération Internationale de Gymnastique (FIG)
    Der Weltturnverband wurde 1881 als erster internationaler Sportverband gegründet. Der Hauptsitz des Verbands befindet sich ebenfalls in Lausanne und zählt 135 nationale Mitgliederverbände. Mit Gymnastik, Geräteturnen, Rhythmische Gymnastik, Trampolin, Aerobic und Akrobatik verfügt die FIG über sechs Disziplinen.
  • Union Cycliste Internationale (UCI)
    Der UCI gehören alle nationalen Radsportverbände an. Sie umfasst 179 nationale Verbände und hat ihren Sitz seit 2002 im waadtländischen Aigle.
  • Association Internationale de Boxe (AIBA)
    Der AIBA gehören 196 nationale Mitgliederverbände an. Sie wurde 1946 als Nachfolgeorganisation der Fédération Internationale de Boxe Amateur gegründet, um der Philosophie des Weltboxverbandes zu entsprechen. An den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro kämpfen zum ersten Mal Athleten der AIBA um den Olympiatitel.
  • Fédération Internationale de Football Association (FIFA)
    Die FIFA wurde 1904 in Paris gegründet, 1932 wurde der Hauptsitz nach Zürich verlegt. Heute gilt die FIFA als der finanzkräftigste internationale Sportverband. Die Einnahmen aus Wettbewerben und Fernsehrechten entsprechen dabei rund 90 % des Gesamtertrags. An den Olympischen Sommerspielen wird das Fussballturnier – auf Veranlassung der FIFA – mit Nachwuchs-Teams ausgetragen, damit keine Konkurrenz zu FIFA-eigenen Turnieren entsteht.
  • Union des Associations Européennes de Football (UEFA)
    Der europäische Fussballverband wurde 1954 in Basel gegründet und hat ihren Hauptsitz in Nyon. Die UEFA ist eine von sechs Kontinental-Konföderationen der FIFA. Sie umfasst 55 Mitgliederverbände, welche allerdings nicht alle innerhalb Europas geografischen Grenzen liegen. Die bekanntesten Wettbewerbe, welche von der UEFA organisiert werden, ist die Champions League, die Europa League und die Fussball-Europameisterschaft.
  • Fédération Internationale de Ski (FIS)
    Die 1924 in Chamonix gegründete FIS zählt heute 124 nationale Verbände. Der Sitz liegt in Oberhofen am Thunersee. Die FIS hat viele olympische Disziplinen wie Ski Alpin, Skispringen, Ski Langlauf, Nordische Kombination, Ski Freestyle und Snowboard sowie einige nicht-olympische Disziplinen. Bemerkenswert ist, dass die FIS als die medaillenreichste Sportart gilt: Die Hälfte der 294 Medaillen an den olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi wurden in den FIS-Disziplinen vergeben.

Textquellen

Über das Thema

Veröffentlichungsdatum

4. Januar 2017

Letzte Aktualisierung

9. Februar 2022