Kulturelle Objekte gelten seit jeher als Zeugen der Geschichte einer Gemeinschaft und ihrer Kultur. Der Kulturgüterschutz (KGS) hat sich zur Aufgabe gemacht, die identitätsstiftenden Objekte für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.
Das Haager Abkommen: Schutz bei bewaffneten Konflikten
Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs, in dem zahlreiche Kulturgüter beschädigt und zerstört worden waren, wurde am 14. Mai 1954 in Den Haag (NL) das «Haager Abkommen für den Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten» (HAK) verabschiedet. Mit dem Beitritt zum HAK verpflichtete sich die Schweiz 1962, in Friedenszeiten vorsorgliche Massnahmen festzulegen und im Konfliktfall das eigene und fremde Kulturgut zu respektieren.
Schutz bei Katastrophen und in Notlagen
Kulturgüter sind aber nicht nur von Kriegsparteien bedroht, sondern auch durch Katastrophen und selbst durch Alltagsereignisse wie Wassereinbrüche und Vandalenakte. Der Gefährdungslage angepasst, trat auf 1. Januar 2015 das «Bundesgesetz über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffnete Konflikten, bei Katastrophen und in Notlagen» (KGSG) in Kraft. Darüber hinaus enthält das KGSG als Neuerungen u.a. die Schutzkategorie des „Verstärkten Schutzes“ und die Möglichkeit zur Inbetriebnahme eines Bergungsortes für im Ausland bedrohte Kulturgüter.
Aktuelles KGS-Inventar mit A- und B-Objekten
Die Definition des Begriffs «Kulturgut» ist sehr allgemein gehalten. Die Klassifizierung der Güter durch die Kantone und das Schweizerische Komitee für Kulturgüterschutz erfolgte deshalb zwangsläufig in einem breiten Ermessensrahmen. Bei der Einteilung der von den Kantonen vorgeschlagenen Objekte in Kulturgüter von nationaler Bedeutung (A-Objekte) und Kulturgüter von regionaler Bedeutung (B-Objekte) hat sich das Komitee an folgende Kriterien gehalten:
Ausserdem haben auch wichtige Bibliotheken und Archivbestände des kirchlichen und öffentlichen Bereichs, die nicht im Inventar aufgeführt sind, regionale oder gar nationale Bedeutung.
Das Schweizerische Inventar der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung (KGS-Inventar) wurde vom Fachbereich Kulturgüterschutz im Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS nach 1987 und 1995 im November 2009 in dritter Version herausgegeben.
13. März 2019
22. März 2019
Dieses Thema enthält Darstellungen, die der Web-Atlas noch nicht unterstützt. Sie können es im Desktop-Atlas auf Ihrem Computer öffnen.
Noch nicht installiert? Desktop-Atlas herunterladen