Den grössten Teil der Fläche der Schweiz nehmen heute mit 36 % die Landwirtschaftsflächen ein. Ebenfalls ein sehr grosser Teil der Landesfläche (31 %) ist von Wald bedeckt. Ein Viertel des Territoriums umfasst sogenannte unproduktive Flächen wie Gletscher, Fels etc.
Seit Jahrzehnten geht in der Schweiz laufend Kulturland verloren. Jede Sekunde verschwindet rund ein Quadratmeter Landwirtschaftsfläche. Im Mittelland ist die Hauptursache dafür das hohe Siedlungswachstum. In Bergregionen hingegen führt der Rückgang der Bewirtschaftung zu einer zunehmenden Verbuschung und Verwaldung.
Als «Landwirtschaftsflächen» zählen gemäss Kategorisierung der Arealstatistik des BFS das Wies- und Ackerland, Weiden, Obstplantagen, Rebberge, Gartenbau sowie die alpwirtschaftlichen Nutzflächen. Rund 27 % dieser Landwirtschaftsflächen sind heute produktives Ackerland.
Im Rahmen der neusten Arealstatistik-Erhebung wurden für 2018 in der Schweiz 14 571 km² Landwirtschaftsland gezählt. Das entspricht rund 35 Prozent der Landesfläche. Gegenüber 1985 sind 1097 km² verschwunden – eine Abnahme von 7.0 % in 33 Jahren.
1912 hingegen betrug der Anteil der Landwirtschaftsflächen an der Gesamtfläche 56%, in den letzten 100 Jahren gingen somit etwa 21% der Landwirtschaftsflächen verloren. Der grösste Rückgang (ca. 10%) fand zwischen den Erhebungen 1952 und 1972 statt.
Im Mittelland ist in erster Linie die Ausdehnung der Siedlungsflächen (Gebäude, Strassen) für den Rückgang verantwortlich. Rund 89 % aller neuen Siedlungsflächen entstehen auf ehemaligem Landwirtschaftsland. In Bergregionen ist ein anderer Prozess im Gange: Aufgrund der nachlassenden Bewirtschaftungsintensität breitet sich immer mehr Busch- und Waldland auf den ehemaligen Berglandwirtschaftsflächen aus.
Methode
Die Arealstatistiken der Jahre 1912, 1923/24, 1952 und 1972 wurden auf Basis der Gemeindeflächen mit unterschiedlichen Methoden – teils planimetrisch ab Karte – erhoben. Hauptsächlich wurden nur vier Kategorien unterschieden: Wald, Landwirtschaft, Reben sowie das Öd- und Unland, zu welchem übrigens auch die Siedlungsflächen gezählt wurden. Die vier neueren Erhebungen von 1979/85, 1992/97, 2004/09 und 2013/18 basieren auf der hektarweisen Auswertung von Luftbildern und weisen deutlich mehr Kategorien auf.
Die Daten der Erhebungen von 1912–2018 wurden aufgrund ihrer Verschiedenartigkeit auf einem tiefen Niveau harmonisiert, d.h. der Flächenmassstab wurde vereinheitlicht und der Gemeindestand auf Januar 2019 festgelegt. Zudem wurden nur die schon in der Arealstatistik von 1912 existierenden Kategorien berücksichtigt und die späteren Daten falls nötig entsprechend zusammengefasst. Dies ermöglicht eine grobe Übersicht des Wandels der Flächennutzung in der Schweiz während der letzten 100 Jahre.
Landschaft und Raum / Landschaften/Lebensräume / Bodennutzung
30. November 2021
30. November 2021
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