Verschiedene Arten von Höhlen
Schachthöhlen sind abwärtsführende, senkrechte Höhlengänge, von 10 bis 200 m, die durch Gänge in Form von Mäandern verbunden sind (schlangenförmig hohe und enge Gänge). Der Eingang der Ponorhöhle ist das Schluckloch eines Baches, der die Erforschung dieser Höhlen oft gefährlich macht. Horizontalhöhlen entwickeln sich vor allem bei flachgelagerten Schichten. Sie sind manchmal aktiv, das heisst sie werden von Wasser durchflossen, andere sind semiaktiv und nur zeitweise überschwemmt. Das Wasser in fossilen Höhlen hat sich abgesenkt bis zum Trockenfallen. Man findet sie hoch über den umliegenden Tälern. Eishöhlen enthalten einen permanenten unterirdischen Gletscher. Es gibt sie in den Alpen, aber auch im Jura über ca. 1000 Meter Höhe. Siphons sind ständig unter Wasser liegende Höhlen. Ihre Erforschung erfordert spezielle technische Mittel (Höhlentauchen). Grosse Höhlensysteme bestehen aus verschiedenen der oben vorgestellten Grundtypen.
Höhlenforschung
Die natürlichen Höhlen unseres Landes wurden von den Höhlenforschern der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung (SGH/SSS) erforscht, gezeichnet und dokumentiert. Jede Sektion der SGH erforscht einen Landesteil dessen Begrenzung auf geologischen Kriterien basiert. Zuerst werden Höhleneingänge, klein oder gross, gesucht. Wenn ein unbekannter Eingang entdeckt wird, beginnt die Forschung mit entsprechend speziellem Material. Die Messungen und Zeichnungen der Höhle werden gleichzeitig gemacht; beschreibende Texte ergänzen die Beobachtungen. In vielen Fällen sind die Höhlen bescheiden (weniger als 50 m lang) und die Dokumentation kann in einem Tag abgeschlossen werden. Manchmal werden Höhlensysteme von mehreren Dutzend Kilometern erforscht. Die Vorstossschwierigkeiten und die Dokumentationsarbeiten begrenzen die Forschungen auf 100 bis 200 Meter pro Tag, an «schwierigen» Tagen können nur 10 bis 20 Meter aufgenommen werden. Die Forschung grosser Höhlensysteme wie zum Beispiel das Hölloch (SZ, 207 km) oder die Siebenhengste (BE, 160 km) stellen einen ernormen Arbeitsaufwand dar. In der Schweiz werden jährlich mehrere Dutzend neue Höhlen und 10 bis 20 Kilometer unbekannter Galerien entdeckt. Sie beinhalten manchmal paläontologische oder archäologische Überreste sowie Sedimente, die einzigartige Informationen über die Vergangenheit der Landschaft und des Klimas enthalten.
Siebenhengste-Höhlensystem und benachbarte Höhlen: total 280 km Galerien.
Die Lage der Höhlen wurde leicht verfälscht, um unerwünschte Besuche durch Nicht-Fachleute zu verhindern. Denn jede Exkursion benötigt spezifische Kenntnisse über die anvisierte Höhle, um die eigene Sicherheit sowie die von künftigen Besuchern zu gewährleisten. Zudem sind diese fast zeitlosen Höhlen-Milieus sehr empfindlich und schützenwert, da diese gleichzeitig ein Archiv zahlreicher Informationen sowie ein Unterschlupf für seltene Tiere sind.
Natur und Umwelt / Geologie und Rohstoffe / Höhlen und Verkarstung
13. Mai 2016
3. Februar 2022
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