Oenogeologie: Stein und Wein
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Die Geschmacksvielfalt von Wein ist nicht nur ein Ergebnis der Rebsorte, des Standorts, oder der Art des Kelterns, sondern auch des Bodens und damit des geologischen Untergrunds. Gestein und Boden werden gerne als Urquellen des Terroirs, und somit des Weins bezeichnet.
Terroir
Terroir beinhaltet sämtliche naturgegebenen Faktoren einer Landschaft, welche die Eigenschaften der dort angebauten Rebpflanze beeinflussen.
Die OIV (Internationale Organisation für Rebe und Wein) definierte 2010 den Begriff «Terroir» folgendermassen: Das «Terroir» umfasst spezifische Eigenschaften des Bodens, der Topographie, des Klimas, der Landschaft und der biologischen Vielfalt.»
Die Beschränkung des Terroirbegriffs auf den Gesteinsuntergrund und den Boden greift also zu kurz. Für eine Reblage am Bielersee würde dies zum Beispiel bedeuten, dass ihr Terroir nicht nur auf kalkhaltige Böden und für das Terroir einer Reblage in der Leventina nicht nur auf die aus Gneis entwickelten, gut durchlässigen, sandigen Böden reduziert werden kann.
Oenogeologische Karte
In der oenogeologischen Karte werden in vereinfachender Weise zwölf Gesteinsarten unterschieden, die in zwei Gruppen gegliedert sind: Lockergesteine, wie sie meist in Oberflächennähe vorkommen und Festgesteine, welche die Felsunterlage bilden.
Es liegt allerdings in der Natur von Vereinfachungen, dass zwölf Gesteinsarten nie die ganze Gesteinsvielfalt der Schweiz wiedergeben können. Deshalb werden am Schluss als weitere Kategorie die «Assemblagen» eingeführt, denn der Untergrund der Rebbaugebiete in der Schweiz ist nicht immer nur durch eine Gesteinsart geprägt, sondern oft durch charakteristische Wechsellagerungen unterschiedlicher Gesteinstypen.
Aufschluss – wo das Gestein zu Tage tritt
Für seine Kartierung braucht der Geologe «Aufschlüsse». Es sind dies Fenster, wo er durch die Deckschichten hindurch Einblicke in das im Untergrund anstehende Gestein gewinnt und dieses untersuchen und klassieren kann. In Rebbergen sind anstehende Felsen selten, weil die Kulturerde alles überdeckt. Eventuell kann aber in einem nahegelegenen Bacheinschnitt doch ein Aufschluss entdeckt werden, der bei der Enträtselung des Rebberg-Untergrundes hilft. Wenn nicht, helfen die Gesteinselemente der Bodenoberfläche oder sogar die Zusammensetzung der Rebbergmauern, den Untergrund indirekt zu ergründen.
Textquellen
- Rainer Kündig (2018): Stein und Wein. AS Verlag
Datenquellen
- Rainer Kündig (2018): Stein und Wein. AS Verlag
- Schweizerische Geotechnische Kommission ,Verein Stein und Wein (2015): Geo-Oeno-Lithologische Karte STEIN UND WEIN (SuW). Zürich
- swisstopo (2017): swissTLM3D
Dateneigner: Bundesamt für Landestopografie (swisstopo), Schweizerische Geotechnische Kommission, ETH Zürich (SGTK)
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