Produktionsstandorte der Ziegeleiindustrie
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Produkte aus gebranntem Ton sind eng mit der Geschichte der Zivilisation verbunden. Die ältesten Objekte, meist rituelle Figuren in Tier- oder Menschengestalt sowie Gefässkeramik, sind viele Jahrtausende alt. Baustoffe aus gebranntem Ton sind seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. aus dem Vorderen Orient bekannt. Dachziegel aus gebranntem Ton, eine griechische Erfindung, sind im antiken Griechenland seit Mitte des 7. und in Rom seit dem frühen 4. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar. Der Ziegelbau wurde ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. in Rom und dessen Provinzen vorherrschend. In unseren Regionen waren in der römischen Zeit Dächer aus Ziegeln sehr häufig, mit Schwerpunkten in Genf, Avenches und Strassburg.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Tondachziegel von Hand geformt. Wo Lehmvorkommen bekannt waren, entstanden oft kleine Handziegeleien, welche Ziegel im Holzfeuer brannten. So hatte eine Vielzahl von Dörfern und Städten ihre eigene Ziegelei. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Tondachziegel und Backsteine mehr und mehr maschinell hergestellt. Begünstigt durch die Erfindung von dampfbetriebenen Maschinen für die Formgebung sowie durch die Einführung neuer Trocknungs- und Brenntechniken wurde eine enorme Steigerung der Produktion erreicht. In der Schweiz wurde zwischen 1890 und 1896 durch Anwendung neuer Verarbeitungstechnologien eine Produktionserhöhung von 60% registriert.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in der Schweiz etwa 350 Ziegeleien in Betrieb. Die Zahl der Produktionsstätten der Ziegelindustrie nahm in der Folgezeit kontinuierlich ab, wobei vor allem Handziegeleien mit beschränktem Produktionsvolumen mehr und mehr von bedeutend grösseren mechanisierten Betrieben abgelöst worden sind. Seit 1968 ist das Ziegelhandwerk praktisch verschwunden. Begünstigt durch die Einführung des Tunnelofens, der eine kontinuierliche Brennweise erlaubt, wurde die Ziegelherstellung ab 1960 zunehmend automatisiert und rationalisiert. Aus dem Vergleich der relativen Produktionsmengen lässt sich der Rationalisierungs- und Modernisierungsprozess der letzten 30 Jahre ablesen. In den letzten Jahren konnte durch weitere technische Entwicklungen der Energieverbrauch der neueren Ziegeleien zusätzlich merklich reduziert werden.
Textquellen
- SGTK (1915): Die natürlichen Bausteine und Dachschiefer der Schweiz
- SGTK, Schweizerische Geotechnische Kommission (ed.) (1997): Die mineralischen Rohstoffe der Schweiz. Zürich: Schweizerische Geotechnische Kommission
Datenquellen
- SGTK (1915): Die natürlichen Bausteine und Dachschiefer der Schweiz
- SGTK, Schweizerische Geotechnische Kommission (2015): Rohstoffinventar der Schweiz
Dateneigner: Schweizerische Geotechnische Kommission, ETH Zürich (SGTK)
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