Schauhöhlen und Schaubergwerke
Kategorien: Natur und Umwelt › Geologie und Rohstoffe › Höhlen und Verkarstung
Bergbau wurde seit der Steinzeit über das Mittelalter bis in die Neuzeit betrieben. Dienten die Minen zuerst für die Gewinnung von Feuerstein (Silex), wurden später Erze und die Techniken zu ihrer Verhüttung entdeckt und entwickelt, damit daraus Metalle gewonnen werden konnten. In der Schweiz sind heute noch viele Bergwerke erhalten und sind Zeugen der damaligen Schwerstarbeit unter Tage. Sie stammen meistens aus den letzten Jahrhunderten. Gefundene metallene Fundgegenstände und Verhüttungsrückstände (Schlacken) belegen den Bergbau hierzulande aber schon seit vorchristlicher Zeit.
Mit dem Bergbau bezeichnet man die Aufsuchung und Erschliessung (Exploration), Gewinnung sowie Aufbereitung von Bodenschätzen aus der oberen Erdkruste unter Nutzung von technischen Anlagen und Hilfsmitteln. Erfolgt der Abbau der Rohstoffe in Bergwerken mit Stollen und Schächten spricht man in der Bergmannssprache von „unter Tage“. Werden hingegen die oberflächennahen Bodenschätze gefördert, bezeichnet man dies als Tagebau. Die Rohstoffgewinnung von Feuerstein war die älteste Form des Bergbaus. Als die älteste Mine gilt die „Lion Cave“ in Swaziland, welche ein Alter von ca. 43‘000 Jahren aufweist. In den Anfängen war der Bergbau sehr lokal orientiert und spielte nur für die Versorgung vor Ort eine bedeutende Rolle. Durch den Erzabbau und die entwickelten Techniken der Verhüttung konnten verschiedene Metalle hergestellt werden, was den technischen Fortschritt vorantrieb. Als Verhüttung bezeichnet man sämtliche Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung von Metallen und anderen metallurgisch nützlichen Elementen.
In der Schweiz wurden vornehmlich blei-, zink-, kupfer-, eisen- und goldhaltige Erze abgebaut. Durch die Verhüttung von Bleierzen konnte Silber gewonnen werden. Neben den Erzen wurden auch Kohle und Salze gefördert. Kohle und Salze gelten als Verbrauchsgüter und sind damit indirekte Kulturträger. In der Schweiz gibt es viele Minen und Bergwerke, aber keine davon verfügt über wirklich mächtige Erz-Vorkommen. Aus diesem Grund wurden im Laufe der letzten 200 Jahre viele Bergwerke wegen Unrentabilität aufgegeben, darunter auch die grössten: Gonzen bei Sargans SG und Herznach bei Frick AG. Während des 1. und 2. Weltkrieges wurde vorübergehend eine intensive Suche nach neuen Abbauorten und bestehenden Bergwerken, die sich zum Ausbau eignen könnten, betrieben. Bei all diesen bergmännischen Tätigkeiten entstanden teils kilometerlange Systeme. Diese unterirdischen Bergwerke bestehen aus Stollen und Schächten. Stollen sind horizontale Wege, sie dienen dem Abbau von Rohstoffen und der Erkundung. Schächte sind vertikal angelegt und verbinden mehrere Stollen miteinander. Durch die Schächte erfolgte der Erztransport im Berginnern (Förderschacht) oder dienten als Wege der Bergmänner zu ihren Arbeitsplätzen (Fahrschacht). Da in einem Bergwerk die unterschiedlichsten Fähigkeiten gefragt waren, war dies der Arbeitsplatz etlicher Leute wie Bergwerksarbeiter, Zimmer- und Fuhrleute, Holzer, Schmelzer und Schmiede.
Die heutzutage in der Schweiz noch vorhandenen Bergwerke wurden teilweise vor rund 500 bis 600 Jahren aufgefahren. Die frühesten und ältesten Spuren des Bergbaus in der Landschaft sind allerdings durch geologische Einflüsse, nachfolgenden Bergbau oder menschliche Siedlungstätigkeit meist verschwunden. Diese Tätigkeit kann lediglich noch anhand von datierten Funden belegt werden. Die Besichtigung von Hinterlassenschaften der Bergbaukultur ist oftmals nicht ungefährlich: Metalle sind verrostet, Zimmerungen verfault, Stollen eingestürzt. Doch die Arbeit, die damals von den Bergmännern unter mühsamsten Bedingungen geleistet wurden, verlangt viel Respekt. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Anfänge der Industrie, welche die chemisch-technische Entwicklung in den vergangenen Jahrhunderten ermöglichte. Tief im Berginnern, finden sich zahlreiche Spuren vom damaligen Bergbau, der in der Schweiz zwar nie eine eigentliche Bergbaukultur hervorzubringen vermochte, aber unser Leben im menschlichen, technischen und naturwissenschaftlichen Bereich doch beeinflusste und uns auch heute noch beschäftigt.
Schaubergwerke
Heute werden einige dieser Bergwerke und Stollen als Schaubergwerke genutzt, so z.B. das Bergwerk Gonzen SG, das Salzbergwerk Bex VD, die Asphaltmine La Presta im Val de Travers NE, das Schieferbergwerk Engi GL oder der Silberberg in Davos GR. Die Bergwerksvereine bieten Führungen an, die oft mit ehemaligen elektrisch betriebenen Stollenloks und Wagen durchgeführt werden. Es ist dabei das Ziel, die jahrhundertealte Geschichte des Bergbaus der Bevölkerung zu vermitteln und das Bergwerk als überregional bedeutendes Denkmal der Industriekultur zu erhalten.
Textquellen
- Wikipedia contributors (2016): Bergbau. In: Wikipedia
- Schenk (2011): Glück auf! Historische Bergwerke in der Schweiz. p. 32–35
Datenquellen
- SISKA & SSS (2010): Schweizer Höhlendatenbank
- SSS (2002): Schweizer Höhlen. Schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung
Dateneigner: Schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung (SGH), Institut für Speläologie und Karstforschung (SISKA)
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