Schweizer Snowboardmarken

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Am Anfang war der Traum, im Winter im Schnee die perfekte Welle zu surfen. So waren viele der ersten Snowboarder und Hersteller passionierte Surfer und/oder Skater. Die Jugendbewegung, die in den USA aus diesem Wunsch entstand, war urban. Mit ihren zu Beginn sehr einfachen Brettern zogen die Jugendlichen Ende der 1970er-Jahre in die amerikanischen Berge. Als «Snowpunks» beschimpft, verweigerten die Bergbahnen den jungen Snowboardern über Jahre die Benutzung ihrer Bahnen. Oder wie es der Schweizer José Fernandes sagt, sie mussten sich den Zutritt mit viel Wein und Schokolade «erkaufen».

Anfang der 1980er-Jahre erreichte das Snowboard-Virus die Schweiz. Früh begannen auch hier junge Skater, die Bretter für den Schnee auszuprobieren und nachzubauen. Das Berner Snowboardlabel HoogerBooger und Radical in Zürich brachten Mitte der 1980er-Jahre einige der ersten Snowboards Europas heraus. Die zu Beginn überschaubare Szene organisierte sich schnell. Sie gründete Clubs, Verbände, stand in Kontakt mit Übersee, bestritt Wettkämpfe, rang um Anerkennung in den Skigebieten und führte Camps durch.

Heute vierzig Jahre später hat sich das Snowboarden etabliert und ist erwachsen geworden. Nach den wilden Jahren der Anfangszeit nahm die Jugend- und Sportbewegung ab Mitte der Neunzigerjahre richtig an Fahrt auf. Seit 1998 ist Snowboarden auch eine olympische Sportart.

Von Beginn an waren Schweizer Snowboarder/innen, Hersteller und Pipe-Bauer an vorderster Front daran beteiligt, den Sport und das Material weiterzuentwickeln. Heute hat mit der Marke Nidecker der zweitgrösste Snowboardhersteller seinen Sitz in der Schweiz. Daneben gibt es hierzulande vor allem kleine und mittlere Betriebe, wo viel auf Eigenbau und Customization gesetzt wird, wie zum Beispiel bei Kessler, Oxess, Enlain, Factory 9 oder Bboards. Bei den Firmen Craftski oder Zen ist es sogar möglich, sein ganz eigenes Board zu bauen. Während die grösste Marke über 100'000 Snowboards jährlich verkauft, sind es bei den kleineren Produzenten drei- bis vierstellige Verkaufszahlen.

Seit einigen Jahren sind die Verkaufszahlen – wie auch bei den Skiern – rückläufig. In der Schweiz wurden im Jahr 2017 rund 19'000 Snowboards verkauft. Während des Höhepunkts im Jahr 2000 waren es noch rund 110'000. Dieser Rückgang hat diverse Gründe, darunter sicherlich der Klimawandel und die Kosten des Sports. Aber auch der Skisport hat sich weiterentwickelt und einige Boarder wieder zurückgeholt.

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Dateneigner: Atlas der Schweiz (AdS)

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