Schweizerische Skimarken
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In der Schweiz wurden die ersten Skis um 1900 hergestellt, meist von Schreinern und Wagnern (z.B. die Ski-Marken Alpstein, Säntis, Toggenburg). Im Verlauf der letzten 100 Jahre gab es mehr als 95 Wagnereien, die Skis produzierten. Es entstanden rund 30 Schweizer Skimarken, die auch international erhältlich waren. Die bekanntesten waren: Streule, Attenhofer, Schwendener und Authier. Diese sind inzwischen alle vom Markt verschwunden.
Die Skiverkäufe sind hierzulande in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Hauptverantwortlich ist dabei der Klimawandel und die immer kürzeren Winter, aber auch der massive Preisdruck ausländischer Anbieter sowie der Grossverteiler. Waren es Mitte der Achtzigerjahre schweizweit eine halbe Million, so wurden in der Saison 2018/19 nur noch 191’000 Paar Ski verkauft.
Von den in der Schweiz verkauften Skis kommt heute bloss noch rund jeder fünfte von Schweizer Herstellern, wobei der grösste Teil – ca. 60'000 Skipaare – auf das Konto der 1935 gegründeten Skifirma Stöckli in Malters LU geht. Der Erfolg liegt darin begründet, dass das Unternehmen schon 1967 vom Verkauf im Sportfachhandel auf den Direktvertrieb umgestellt hat. Heute sind Stöckli-Ski in der Schweiz ausschliesslich in 11 Stöckli-Filialen sowie 60 Partnergeschäften erhältlich (2020). Stöckli belegt damit in der Schweiz einen Marktanteil von rund 14 Prozent; Marktleader ist Head, gefolgt von Atomic und Rossignol (2019). Nichtdestotrotz gibt es nebst der Marke Stöckli, die auch im Skiweltcup Fuss gefasst hat, noch weitere Schweizer Ski- und Snowboardmarken.
Seit Jahrzehnten halten sich einige Kleinproduzenten von Edelskimarken im umkämpften Markt. Bekannt Beispiele sind: Zai in Vicosoprano GR, Kessler in Schwanden GL, AK Ski in Stansstaad und RTC Ski in Glis VS. Noch überraschender ist jedoch, dass in jüngster Vergangenheit neue Schweizer Skiprodukte auf den Markt drängten. So gibt es Manufakturen, die sich auf Holzskis spezialisiert haben. Dazu zählen die Hersteller Swiss Massiv in Doppleschwand LU, Earlybird in Bern oder auch Timbaer in Appenzell. Ebenso sind einige Hersteller aktiv, welche den Eigenbau resp. eine Personalisierung der Skis ermöglichen, wie z.B. Enskineering in Riken AG, Craftski in Goldau SZ, oder enlain in Laax GR. Zudem gibt es Hersteller kleiner Serien, die sich auf einzelne Skisegmente fokussieren, wie etwa MOVEMENT in Puidoux VD auf Freeski, Earlybird in Bern auf Tourenski, oder Oxess in Bubikon ZH auf Aerial-Ski. Meist produzieren diese Firmen mit nur sehr wenige Mitarbeitern in der Schweiz und setzen pro Saison eine Auflage von maximal einigen Hunderten Skipaaren ab. Viele dieser Hersteller setzten neben Ski auch auf eigene Komponenten, insbesondere eigene Bindungen und auf individualisierte Produkte, also auf an Grösse, Gewicht und Fahrstil des Kunden angepasste Modelle.
Textquellen
- Sutter: Toggenburger uns Schweizer Skifabrikanten. In: Tagblatt
Datenquellen
- Atlas of Switzerland (2022): Skihersteller
- Swiss Ski Museum: Skifabrikanten Schweiz
Dateneigner: Atlas der Schweiz (AdS)
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