Solarstrom-Produktion: Genutzte Dachflächen

Solarstrom-Produktion: Genutzte Dachflächen

Die Sonne ist die grösste bekannte Energiequelle. Sie birgt eine nach menschlichen Massstäben unerschöpfliche Menge an Energie, deren Strahlung frei zugänglich und direkt nutzbar ist.

Die Sonnenenergie, die den Himmelskörper Erde erreicht, wird zum Teil bereits in der Atmosphäre abgestrahlt oder umgelenkt. Die gesamte auf die Erdoberfläche auftreffende Energiemenge ist dennoch mehr als fünftausendmal größer als der Energiebedarf der Menschheit. Betrachtet man die Schweiz, so beträgt die Sonneneinstrahlung auf ihre gesamte Fläche momentan 200-mal mehr, als die Schweiz an Energie verbraucht.

Neben der Wasser-, Windkraft, Biomasse und Kehrichtverbrennung gehört die Solarenergie eindeutig zu den erneuerbaren Energiequellen. Photovoltaikanlagen können Sonnenenergie direkt in elektrischen Strom umgewandelt, photothermische Technologien wiederum in Wärmeenergie. Die Solarstromproduktion ist nachhaltig und äusserst CO2-arm. Sie leistet einen wesentlichen, noch ausbaubaren, Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Schweiz. Der Anteil der Solarenergie am Schweizer Stromproduktionsmix nimmt tendenziell zu. Auch das öffentliche Interesse an der Technologie nimmt in den letzten Jahren wieder Fahrt auf.

Im Jahr 2021 deckte Photovoltaik bereits fast 5 % des jährlichen Stromverbrauchs in der Schweiz. Das Potenzial von Solarstrom ist beträchtlich: Es wird prognostiziert, dass bis 2050 rund 20 % des heutigen Strombedarfs durch Photovoltaik gedeckt werden könnte.

Photovoltaik (PV) Anlagen

1982 ging die erste Photovoltaikanlage der Schweiz in Betrieb. PV-Anlagen bestehen vor allem aus Solarmodulen (oder Paneelen), die wiederum aus Solarzellen zusammengesetzt sind. Die teilweise hauchdünnen Zellen werden aus Halbleitermaterialien gefertigt, wie sie auch bei der Herstellung von Computer-Chips verwendet werden. Sie erzeugen unter Beleuchtung Elektrizität, der vor Ort direkt genutzt (Eigenverbrauch) oder gegen eine Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist wird. Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung der eintreffenden Sonnenenergie in Wechselstrom beträgt je nach eingesetzten Komponenten typischerweise zwischen 6 und 20 Prozent.

Sonnenscheindauer

Nach Schätzung ist mindestens jedes zweite Dach in der Schweiz für eine Photovoltaikanlage geeignet. Im Durchschnitt ist ein Dach in der Schweiz jährlich über 1800 Stunden lang der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt, wobei eine Bestrahlungsstärke ab 120 Watt/m2 als Sonnenschein gezählt wird. Dies entspricht insgesamt mehr als 75 Tagen kontinuierlicher, nahezu wolkenfreier Sonneneinstrahlung pro Jahr. Tatsächlich schwankt die Zahl der täglichen Sonnenstunden im Jahresverlauf erheblich. Zu den europäischen Ländern, die stark auf Solarenergie setzen, gehören jedoch nicht nur die im Süden liegenden, sondern beispielsweise auch Deutschland, Belgien oder Tschechien.

Die Karte zeigt den Anteil der Schweizer Dachflächen, die bereits für die Stromerzeugung mit registrierten Photovoltaikanlagen genutzt werden, bezogen auf die Dächer, die für die Solarstromerzeugung genutzt werden können. Fassadenflächen werden nicht berücksichtigt.

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Veröffentlichungsdatum

15. August 2022

Letzte Aktualisierung

15. August 2022