Die Bevölkerung der 28 Mitgliedstaaten der EU stieg von 407 Millionen im Jahr 1960 auf knapp über 508 Millionen im Jahr 2015. Am stärksten war das Bevölkerungswachstum in der EU zu Beginn dieses Zeitraums in den 1960er Jahren, als der durchschnittliche Zuwachs in der Regel über 3 Millionen Menschen pro Jahr betrug und im Jahr 1963 mit 4,2 Millionen seinen Höchstwert erreichte. In den 1970er Jahren verlangsamte sich das Bevölkerungswachstum beträchtlich und lag in den 1980er Jahren bei einem jährlichen Plus von etwa eineinviertel Millionen Menschen. Diese Zuwachsrate blieb in den nächsten zwanzig Jahren weitgehend unverändert, obwohl zwischen 2003 und 2009, als die Einwohnerzahl der EU um ungefähr 2 Millionen pro Jahr stieg, eine Umkehr der Tendenz zu beobachten war.
Unter den Mitgliedstaaten war im Jahr 2015 Deutschland, wo fast 16% der Einwohner der EU lebten, der bevölkerungsreichste. Zusammen mit Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Italien, die eine ähnlich grosse Bevölkerung aufweisen, gehörte es zu den vier Ländern, die fast 54% der Einwohner der EU auf sich vereinten. Die dreizehn Mitgliedstaaten, die seit 2004 der EU beitraten, hatten im Jahr 2015 zusammen 104,7 Millionen Einwohner, so dass sie auf etwas über ein Fünftel (fast 20,6%) der Gesamtbevölkerung der EU kamen.
In den meisten europäischen Ländern stieg die Bevölkerung bis 2015 weiter an, obwohl sich die Situation von einem Mitgliedstaat zum anderen unterschiedlich darstellte. Das Wachstum der Gesamtbevölkerung der EU im letzten Jahrzehnt geht grösstenteils auf den Anstieg in Spanien, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich zurück, wobei Luxemburg, Zypern und Irland das höchste relative Wachstum verzeichneten.
Nach den jüngsten Bevölkerungsprojektionen von Eurostat wird die Bevölkerung der EU bis auf 526 Millionen Einwohner im Jahr 2050 steigen und danach bis 2080 auf etwa 520 Millionen zurückgehen. Das bis 2080 erwartete Bevölkerungswachstum wird nicht gleichzeitig auf die Mitgliedstaaten verteilt sein. Für Luxemburg erwarten die Projektionen zwischen 2015 und 2080 ein Bevölkerungswachstum von über 125% und für Zypern, Belgien und Schweden einen Anstieg von 30% bis 50%. Demgegenüber wird für Griechenland, Slowakei, Polen und Estland davon ausgegangen, dass die Bevölkerung bis 2080 um 20% bis 30% und in Litauen, Lettland, Bulgarien und Portugal sogar um über 30% abnimmt.
26. November 2010
21. Februar 2022
Dieses Thema enthält Darstellungen, die der Web-Atlas noch nicht unterstützt. Sie können es im Desktop-Atlas auf Ihrem Computer öffnen.
Noch nicht installiert? Desktop-Atlas herunterladen