Aufgrund der föderalistischen Staatsstruktur erheben neben dem Bund auch die Kantone und Gemeinden Steuern. Dies hat zur Folge, dass steuerpflichtige Personen je nach Wohnort unterschiedliche Steuerbeträge zahlen und somit einer anderen Steuerbelastung ausgesetzt sind.
Eine niedrige Steuerbelastung trägt zur Standortattraktivität bei und ist daher aus wirtschaftlicher Sicht erwünscht. Die Standortqualität hängt allerdings von vielen Faktoren ab, so auch von den rechtlichen Rahmenbedingungen, vom sozialen Frieden und von der Qualifikation potentieller Arbeitskräfte. Aus der Fiskalquote lassen sich keine direkten Rückschlüsse auf die finanzielle Situation der privaten Haushalte ziehen. Dafür müsste die Steuerbelastung zu den Leistungen, welche die Bürgerinnen und Bürger vom Staat erhalten, in Bezug gesetzt werden.
Die Steuerbelastung ist je nach Kanton unterschiedlich hoch: Die tiefsten Werte des Steuerausschöpfungsindexes sind im Referenzjahr 2021 in den Zentralschweizer Kantonen Zug, Schwyz und Nidwalden zu verzeichnen, wobei Zug den kleinsten Indexwert aufweist. Den höchsten Wert erzielt der Kanton Genf, gefolgt von Neuenburg und Waadt.
Die Fiskalquote bezieht sich auf eine von der OECD entwickelte Nomenklatur und umfasst die Steuern und obligatorischen Sozialabgaben gemäss den Definitionen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. In der Schweiz umfasst sie die Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern, die Alkoholregalien, Regalien und Patente der Kantone, die Sozialabgaben für die AHV/IV/EO, für die SUVA, für die Arbeitslosenversicherung, für die Familienzulagen in der Landwirtschaft. Zusätzlich (obschon bei strikter Anwendung der OECD-Nomenklatur nicht notwendig) wurden auch und die gesamten Prämien für die Krankenversicherung einbezogen.
Der Steuerausschöpfungsindex ist ein Abbild der gesamten Steuerbelastung in einem Kanton. Er gibt Aufschluss über die gesamte Fiskalbelastung des Ressourcenpotenzials und zeigt damit, wie stark die steuerlich ausschöpfbare Wertschöpfung (Einkommen, Gewinne und Vermögenszuwachs) der Steuerpflichtigen (natürliche und juristische Personen) effektiv durch Steuern der Kantone und Gemeinden belastet wird und somit nicht mehr für die private Verwendung zur Verfügung steht.
Staat und Politik, Öffentliche Finanzen, Einnahmen, Steuern
26. November 2010
9. März 2022
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