Tiefenkarten für ausgewählte Seen

Tiefenkarten für ausgewählte Seen

Die Schweizer Landschaft ist stark geprägt durch ihre vielen Seen. Viele davon verdanken ihre Existenz der topografischen Struktur der Schweiz. Insbesondere die Seen im Mittelland sind während der verschiedenen Phasen der Vergletscherung und den damit verbundenen Aufschiebungen und Ablagerungen von Lockergestein entstanden. Ebenso bezeichnend wie die natürlichen Seen im Mittelland sind mittlerweile die unzähligen Stauseen in den Berggebieten, die teils ebenfalls enorme Mengen Wasser zurückhalten.

Tiefenkarten bieten die Möglichkeit, die von Wasser bedeckten Landschaften zu erkunden. So werden interessante Details der Schweizerischen Landschaft zugänglich, die normalerweise höchstens für Taucher sichtbar sind. Beispiele hierfür sind die Läufe der prähistorischen Flüsse (Genfersee, Bodensee), Endmoränen von bereits vor Jahrtausenden zurückgezogener Gletscher (Vierwaldstättersee), noch sehr gut sichtbare Schleifspuren von Gletschern (Bodensee, Genfersee) oder die kleinen Krater am Grund des Neuenburgersees, die durch das Austreten von Wasser aus unterirdischen Quellen entstanden sind.

Auch die teils eindrückliche Tiefe der Seen lässt sich dank der Darstellung in 3D-Karten erfahren. Der tiefste See der Schweiz ist mit 310m maximaler Tiefe der Genfersee. Der tiefste vollständig in der Schweiz liegende See ist der Brienzersee mit 261m maximaler Tiefe. Der tiefste künstliche See ist mit 227m maximaler Tiefe der Lac de Dix im Wallis. Der Lago Maggiore ist mit 372m zwar noch tiefer, allerdings liegt die tiefste Stelle anders als beim Genfersee nicht auf Schweizer Staatsgebiet.

Für über ein Dutzend Seen der Schweiz wurden in Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Universitäten, dem Bund und öffentlichen Institutionen aus den Nachbarländern bathymetrische Messkampagnen durchgeführt und so die Oberfläche des Seegrunds präzise kartiert. Allerdings werden solche Daten aus technischen Gründen meist nur für tiefere Seebereiche erhoben. In flacheren Bereichen und für solche Seen wo keine bathymetrischen Daten vorhanden sind, wurden die Seetiefen aus den Tiefenlinien der Schweizer Landeskarte berechnet. Diese abgeleiteten Höhenmodelle weisen bei weitem nicht die gleiche Präzision auf und ergeben somit kein akkurates Bild des Seebodens, erlauben aber ebenfalls die Darstellung der Seetiefe und einen ungefähren Verlauf des Seegrundes.

Textquellen

Über das Thema

Veröffentlichungsdatum

13. Juni 2023

Letzte Aktualisierung

13. Juni 2023