Krankheit
Tollwut ist eine Erkrankung, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann und von Viren der Gattung Lyssavirus verursacht wird. Die Ansteckung geschieht meist durch Biss- oder Kratzverletzungen von Füchsen, Hunden oder auch Fledermäusen, es reicht aber auch, wenn deren Speichel auf menschliche Schleimhäute gelangt.
Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch variiert sehr stark, dauert aber im Allgemeinen zwischen 20 und 60 Tagen. Die Krankheit greift das Gehirn und das Nervensystem an. Die Symptome von Tollwut sind oft unspezifisch und sind in einem ersten Stadium von generellem Unwohlsein, Kopfschmerzen, Fieber und Jucken sowie Schmerzempfindlichkeit im Bereich der Biss- oder Kratzwunden geprägt. Bei fortschreitender Krankheit können Symptome wie Halluzinationen, Krämpfe, Hyperaktivität und Lähmungen auftreten. Schliesslich fallen die Patienten ins Koma; infolge Lähmungen des Atmungszentrums im Nervensystem folgt der Tod. Eine Behandlung nach Eintreten der Krankheit gibt es nicht.
Prävention
Bereits 1885 hat Louis Pasteur eine Schutzimpfung gegen Tollwut entwickelt. In der Schweiz wird heutzutage eine vorbeugende Impfung für Personen empfohlen, die in engem Kontakt mit Tieren arbeiten und dem Risiko ausgesetzt sind, gebissen zu werden oder für Personen, die in Laboratorien mit Tollwutviren arbeiten. In der Reisemedizin ist sie empfohlen bei Langzeitaufenthalten in betroffenen Gebieten oder bei Reisen mit hohem individuellem Risiko.
Um einer Ansteckung mit Tollwut vorzubeugen, sollen vor allem keine Wild- oder unbekannten Haustiere sowie tote Tiere berührt werden. Nach einer Exposition z.B. nach Kontakt mit einer Fledermaus oder nach einer Verletzung durch ein krankes oder fremdes Tier in einem Risikogebiet, soll die Wunde sofort gut mit Seife ausgewaschen und unverzüglich ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Solange noch keine Symptome aufgetreten sind, vermag eine Impfung innert 24 Stunden nach der Ansteckung den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.
Verbreitung
Die Tollwut kommt nahezu weltweit vor. Laut WHO-Berichten sterben jährlich rund 55'000 Menschen an Tollwut. Die Schweiz war das erste Land, das ab den 1970ern mittels Ködern begann, Wildtiere oral zu impfen. Weitere Europäische Länder folgten bald und im Verlauf weniger Jahre wurden grosse Erfolge erzielt. In der Schweiz wurden die letzten Fälle – mit Ausnahme von Fledermäusen –1996 beobachtet und sie gilt seit 1999 offiziell als frei von terrestrischer Tollwut. In den meisten Ländern der europäischen Union, Australien, Neuseeland, und Japan ist die Lage ähnlich. Um ein erneutes Einschleppen der Tollwut aus anderen Ländern zu verhindern, gelten strenge Regeln für den Import von Tieren. Für die Einhaltung dieser Regeln, die Qualität des Impfstoffes und die Überprüfung von Verdachtsfällen ist hierzulande die Schweizerische Tollwutzentrale zuständig.
Ein Bild eines an Tollwut erkrankten Mannes während eines Krampfanfalls.
28. September 2023
19. Oktober 2023
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