Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» (2021)
Kategorien: Staat und Politik › Abstimmungen › Gesellschaftspolitik
Ausgangslage
Seit mehreren Jahren werden in der Schweiz Diskussionen um ein Verhüllungsverbot geführt. Der Bundesrat und das eidgenössische Parlament sprachen sich immer gegen ein schweizweites Verbot aus. Auf kantonaler Ebene haben St.Gallen und Tessin ein Verhüllungsverbot für das Gesicht eingeführt. Andere Kantone haben sich dagegen entschieden. In zahlreichen Kantonen gelten Vermummungsverbote bei Kundgebungen.
Die Vorlage
Die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» verlangt, dass in der Schweiz niemand sein Gesicht verhüllen darf. Diese Vorschrift würde an allen Orten gelten, die öffentlich zugänglich sind: beispielsweise auf der Strasse, in Amtsstellen, im öffentlichen Verkehr, in Fussballstadien, Restaurants, Läden oder in der freien Natur. Ausnahmen wären ausschliesslich in Gotteshäusern und an anderen Sakralstätten möglich sowie aus Gründen der Sicherheit, der Gesundheit, der klimatischen Bedingungen und des einheimischen Brauchtums. Weitere Ausnahmen, beispielsweise für verhüllte Touristinnen, wären ausgeschlossen.
Indirekter Gegenvorschlag
Bundesrat und Parlament geht die Initiative zu weit. Sie stellen ihr einen indirekten Gegenvorschlag gegenüber. Dieser verlangt, dass Personen den Behörden ihr Gesicht zeigen müssen, wenn es für die Identifizierung notwendig ist. Der Gegenvorschlag sieht zudem Massnahmen zur Stärkung der Rechte der Frauen vor. Er kann nur in Kraft treten, wenn die Initiative abgelehnt wird.
Resultate
Die Vorlage wurde angenommen.
Stimmbeteiligung: 51.4%
Ja-Stimmen: 51.2%
Textquellen
- Bundeskanzlei (2020): Erläuterungen des Bundesrates zu den Abstimmungen vom 07.03.2021
Datenquellen
- FSO (2021): Abstimmungsresultate (Ergebnisse Ebene Gemeinde seit 1981)
- swisstopo (2021): Gemeindegrenzen GG25
- swisstopo (2021): Gemeindegrenzen GG500
- swisstopo (2021): Kantonsgrenzen KG25
- swisstopo (2021): Kantonsgrenzen KG500
Dateneigner: Bundesamt für Landestopografie (swisstopo), Bundesamt für Statistik - Sektion Politik, Kultur, Medien, Bundesamt für Statistik (BFS), Bundeskanzlei
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