Der Weg vom Nachwuchs- zum Leistungssport
Die Wahl der Sportart durch Athletinnen und Athleten wird vor allem durch das nahe Umfeld mit Familie und Freunden beeinflusst. Studien haben gezeigt, dass die Eltern die entscheidende und prägende Rolle für den gesamten Karriereweg einnehmen. Ausserdem haben Spitzensportler eine Vorbildfunktion für junge Leute, was eine zusätzliche Motivation darstellt. Zusätzlich gelten Vereine und die nationalen Verbände auf der institutionellen Ebene als sehr zentral. Für die jungen Athletinnen und Athleten in der Schweiz hat das Vereinbaren von Ausbildung und Sport einen grossen Stellenwert. Heute ermöglichen spezielle Bildungsstätten eine bessere Verbindung von Sport und Schule.
Der Weg vom Nachwuchs- zum Leistungssport ist häufig nur mit externer finanzieller Unterstützung realisierbar. Die Mehrzahl der Sportler bezieht ein relativ bescheidenes Einkommen aus dem Leistungssport. Der Median für Profisportler lag 2010 bei jährlich 25‘000 Schweizer Franken und nur rund 25 % der Athletinnen und Athleten erhalten aufgrund ihrer sportlichen Tätigkeit einen Monatslohn. Die Konsequenz ist, dass etwa 60 % der Profisportler den Sport mit der Arbeit kombinieren. Die wichtigsten Arbeitgeber in den Mannschaftssportarten sind Vereine und verschiedene Arbeitgeber wie Sponsoren und Verbände in Einzel- sowie Teamsportarten.
Swiss Olympic (Talents) Cards
In der Schweiz werden Athletinnen und Athleten insbesondere durch Swiss Olympic, die Schweizer Sporthilfe und den Bund gefördert. Die Unterstützung sowie Förderinstrumente reichen von spezifischen Dienstleistungen, Erfolgsbeiträgen, Patenschaften und Auszeichnungen bis hin zur Möglichkeit, während der obligatorischen Wehrpflicht in einem Spitzensportförderungslehrgang der Schweizer Armee teilzunehmen. Die Anerkennung der Unterstützung erfolgt dabei durch die Swiss Olympic (Talents) Cards. Diese werden anhand von definierten Vorgaberichtlinien alljährlich von Swiss Olympic erfasst und vergeben. Die fortlaufende Selektion und der steigende Förderungsaufwand sollen Talente zur nationalen Elite heranführen und anschliessend auf dem Weg zu den Olympischen Spielen unterstützen.
Für Swiss Olympic gelten all jungen Athletinnen und Athleten als Nachwuchstalente, die von einem nationalen Verband gemäss seinem Nachwuchsförderkonzept auf den drei Förderstufen Lokal, Regional und National systematisch leistungsorientiert gefördert und ausgebildet werden. Diese systematische Förderung zeichnet sich durch Regelmässigkeit (hoher Trainingsaufwand), Nachhaltigkeit (Integration in Nachwuchsförderkonzept eines nationalen Verbandes) und Qualität (von Trainer und Selektion) aus. Diese drei Merkmale definieren das Talent.
Swiss Olympic unterscheidet deshalb zwischen Talenten im Nachwuchs- und im Elitesport. Im Nachwuchsbereich werden die Swiss Olympic Talent Cards, in der Elite die Swiss Olympic Cards vergeben. Aus diesem Konzept resultiert die pyramidenartige Förderung des Leistungssports in der Schweiz. Ganz unten in der Pyramide befindet sich mit den lokalen Talenten die grösste geförderte Gruppe. Darüber sind die regionalen beziehungsweise nationalen Talente angeordnet, sofern diese Mitglied in einem regionalen oder nationalen Nachwuchskader sind. Sobald die Athletinnen und Athleten den Übergang vom Nachwuchsbereich passieren, gehören sie der nationalen Elite an. Dort wird zur strukturierten Förderung nochmals zwischen Bronze, Silber und Gold unterschieden. 2014 waren etwa 18‘000 Talente und 2‘100 Eliteathleten im Besitz einer solchen Karte
19. September 2017
28. Juni 2021
Dieses Thema enthält Darstellungen, die der Web-Atlas noch nicht unterstützt. Sie können es im Desktop-Atlas auf Ihrem Computer öffnen.
Noch nicht installiert? Desktop-Atlas herunterladen