Vorkommen von Industriemineralen und anderen nutzbaren Gesteinen

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Als Industrieminerale bezeichnet man spezielle Minerale oder Gesteine, die für bestimmte technische Prozesse und Anwendungen von Bedeutung sind. Sie nehmen damit einen Platz zwischen industriellen Rohstoffen (Steine und Erden) und Mineralisationen respektive Vererzungen ein.

Mineralien

  • Quarz: Natürliche Quarzkristalle wurden zeitweise in der Messtechnik (Frequenzsteuerung, Piezo-Kristalle) oder zur Herstellung von optischen Komponenten genutzt. In der chemischen Industrie und in der keramischen Industrie fand reiner Quarz (aus Quarziten gewonnen) ebenfalls Verwendung. Daneben wurden vielerorts Quarzsande für die Glasfabrikation (Glashütten), als Formsand für Giessereien oder als Magerungsmittel in der Ziegeleiindustrie abgebaut.
  • Feldspat (meist Kalifeldspat): Feldspat wird in der keramischen Industrie benötigt. In der Schweiz hat allerdings kein Vorkommen grössere Bedeutung erlangt.
  • Alumosilikate (Andalusit, Disthen, Sillimanit): Sie waren zeitweise wichtige Rohstoffe für die Herstellung von feuerfester Hochleistungskeramik. Die Vorkommen in der Schweiz haben sich als wissenschaftlich interessant, wirtschaftlich aber unbedeutend herausgestellt.
  • Granat: Granat kann technisch für Schleif- und Schneidezwecke verwendet werden. Die wenigen Fundstellen von Granat (beispielsweise Val Tremola TI) haben sich als nicht abbauwürdig erwiesen.
  • Olivin: Aus olivinreichen ultrabasischen Gesteinen kann mit geeigneten Verfahren Olivinsand gewonnen werden (Giessereiindustrie). Wegen der schlechten Zugänglichkeit wurden die einheimischen Vorkommen nie verwertet.
  • Baryt und Fluorit: Sie werden für verschiedene technische Anwendungen gebraucht (z.B. Herstellung von Schwerbeton). Fluorit wird unter anderem auch in der Metallurgie als Flussmittel (Aluminiumelektrolyse) und in der chemischen Industrie zur Herstellung von Flussäure und verschiedenen Fluorverbindungen verwendet.
  • Korund: Es eignet sich für Schleif-, Schneide- oder Polierzwecke. In der Schweiz sind keine abbauwürdigen Vorkommen bekannt.
  • Graphit: Graphit wird in der Elektroindustrie und bei der Elektrolyse verwendet. Abgesehen von den leicht graphitisierten Anthraziten im Wallis tritt Graphit nur spärlich auf und wurde in der Schweiz und nirgends technisch genutzt.

Salze und Phosphate

  • Salz: Als «Salzlagerstätten» im engeren Sinn werden die Vorkommen von Kali- und Steinsalz bezeichnet. Steinsalz (chemisch Natriumchlorid = NaCl) weist eine relativ grosse Verbreitung auf, hingegen sind bis heute keine Kalisalze in der Schweiz bekannt. Das Salz wird heute überwiegend mittels Laugungsverfahren gewonnen. Die Zentren der schweizerischen Salzgewinnung befinden sich am Hochrhein (Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen; Schweizerhalle, Riburg) und in der Gegend von Bex (VD). Die Produktion beläuft sich jährlich auf etwa 250'000 bis 350'000 Tonnen (Schweizerhalle, Riburg) und 30'000 bis 40'000 Tonnen (Bex).
  • Phosphat: Von den zahlreichen Phosphatmineralien hat nur das Mineral Apatit, in der erdigen Form auch Phosphorit (Kalziumphosphat) genannt, eine praktische Bedeutung als Ausgangsstoff für die Fabrikation von Phosphatdüngemitteln. Ein Abbau fand wegen der ungünstigen geographischen Lage bisher nicht statt.

Gesteine

  • Talk, Ofen- und Giltstein (Lavezstein, Speckstein) und Serpentin: Der leicht zu bearbeitende, hitzebeständige und wärmespeichernde Lavezstein ist über fast zwei Jahrtausende hinweg ein gesuchtes Material gewesen. In erster Linie diente er für die Herstellung holzbefeuerter Öfen. Die Platten wurden meistens aus kleinen, lokalen Vorkommen gewonnen und vor Ort verarbeitet. Schwerpunktregionen waren: Sopraceneri, besonders Valle Maggia und Val Verzasca, Wallis (südliche Unterwalliser Täler, Lötschental, Vispertäler, Goms), Uri (Urserental) und Graubünden (Tavetsch, Bergell).
  • Talk: Es wird einerseits in gemahlener Form (Papierindustrie, Keramik, Schmier- oder Füllmittel usw.) verwendet, andererseits werden talkreiche Gesteine in grosser Zahl wegen der hohen Wärmekapazität und der leichten Bearbeitbarkeit im Ofenbau verwendet.
  • Asbest: Es wurde früher verschiedentlich aus ultrabasischen Körpern gewonnen, so auf Alpe Quadrada (GR), bei Zeneggen (VS), Sils Maria (GR) und am Geisspfad (VS). Der Rohasbest wurde teilweise zu Garnen gespult, teilweise zu Asbestkarton und Eternit-Platten verarbeitet. Heute findet kein Abbau mehr statt.
  • Dolomit: Dieses Gestein kann neben der Gewinnung von Magnesium auch zur Herstellung von feuerfesten Steinen und in der Stahlindustrie (Ofenausmauerungen) verwendet werden.
  • Magnesit: Magnesium dient als wichtiger Rohstoff für die Gewinnung von Magnesiummetall (Metallurgie, Leichtbaumaterialien) sowie zur Fabrikation von feuerfesten Ofenauskleidungen. Ein abbauwürdiges Vorkommen ist bisher nicht gefunden worden.

Textquellen

Datenquellen

Dateneigner: Schweizerische Geotechnische Kommission, ETH Zürich (SGTK)

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Basiselemente


Hintergrund

Industrieminerale