Weltweite Lichtemission

Weltweite Lichtemission

Der Begriff der Lichtemission (Lichtverschmutzung, Lichtsmog oder Lichtglocke) beschreibt die künstliche Aufhellung des Nachthimmels durch Lichtquellen, deren Licht in den unteren Luftschichten der Erdatmosphäre gestreut wird. Sie beeinträchtigt dadurch die Dunkelheit des nächtlichen Himmels und wird deshalb auch als Lichtverschmutzung bezeichnet.

Folgende Haupttypen der Lichtverschmutzung lassen sich unterschieden:

  • Licht-Eindringung (Light trespass): Unerwünschtes Licht erhellt die eigene Umgebung
  • Blendung (Glare): Direkter Lichtkegel verursacht vorübergehende Sehstörung
  • Himmelsleuchten (Sky glow): Leuchteffekt über Städten durch exzessiven Einsatz von künstlichem oder natürlichem Licht.

Die grössten Verursacher der Lichtverschmutzung sind sowohl die Grossstädte wie auch Industrieanlagen und kommerzielle Freizeitanlagen, welche die Nacht durch Strassenbeleuchtung, Leuchtreklamen, Flutlichtanlagen und Skybeamer erhellen. Die Strassenbeleuchtung ist für ca. 50% des Himmelsleuchtens verantwortlich. Dadurch ergeben sich die bekannten Lichtglocken über den Städten – so hellt beispielsweise eine Stadt mit einer Einwohnerzahl von 30’000 den Himmel in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern auf. Die Lichtverschmutzung ist also eine Folge der Industrialisierung und tritt daher und vor allem in den dicht besiedelten Landstrichen der westlichen Industrienationen auf. In Europa ist zurzeit mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Lichtverschmutzung betroffen. Die jährliche Zuwachsrate der Lichtverschmutzung beträgt weltweit durchschnittlich 6%. In Deutschland liegt sie bei ca. 6%, in Italien bei 10% und in anderen Ländern wie z.B. Japan bei bis zu 12%. Spitzenwerte des Wachstums werden in schnell wachsenden Ballungsräumen gemessen.

Lichtverschmutzung kann sich störend auf die Flora, Fauna und den Menschen auswirken sowie einen negativen Einfluss auf astronomische Beobachtungen des Nachthimmels haben. Eine Stadt mit einer Einwohnerzahl von 30’000 hellt den Himmel in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern auf. Die Zahl der mit blossem Auge sichtbaren Sterne liegt in Gebieten mit einer grossen Lichtverschmutzung meistens bei nur noch zwei- bis fünfhundert, während sie bei Beobachtungsstandorten mit kleiner Lichtverschmutzung bei bis zu dreitausend liegt. Wegen der enormen Lichtverschmutzung in den Industriestaaten wurden in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts viele Grosssternwarten an entlegenen Plätzen, etwa in Chile, Hawaii oder auf den Kanarischen Inseln, weitab der industrialisierten Welt errichtet. Aber nicht nur optische Systeme sind gestört, auch viele Tiere leiden unter den Folgen der Nachterhellung. Die verbreiteten weissen Lichtquellen mit hohem Blauanteil im Spektrum stellen ein erhebliches Problem für die Navigation oder Orientierung nachtaktiver Insekten und auch für Zugvögel dar.

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Veröffentlichungsdatum

1. Juni 2021

Letzte Aktualisierung

1. Juni 2021